Oldenburg - Berlin, Ludwigsburg, Bayreuth. Es war beileibe keine Laufkundschaft, die da in den vergangenen Wochen in der großen Arena vorstellig wurde. Zu holen gab es für all diese Mannschaften nichts, die EWE Baskets Oldenburg feierten drei Heimsiege in Folge.
Zuhause präsentierten sich Oldenburgs Bundesliga-Basketballer zuletzt als absolut playoff-würdig. Dass sie drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde dennoch um den Einzug in die Meisterrunde bangen müssen, liegt an der Auswärtsschwäche des Teams von Trainer Mladen Drijencic. In neun von 13 Partien in fremder Halle schlichen Rickey Paulding und Co. als Verlierer vom Parkett – der letzte Auswärtssieg ist mehr als zwei Monate her (83:63 in Göttingen).
Angesichts dieser Bilanz kann den Baskets-Fans beim Blick auf das Restprogramm Angst und Bange werden, denn in den verbleibenden drei Partien der regulären Saison müssen die Oldenburger ausnahmslos auswärts antreten. Auf das Gastspiel bei Bayern München am kommenden Samstag (20.30 Uhr) folgen die Partien bei Science City Jena und den Baskets Bonn.
„Wenn wir von diesen Spielen zwei gewinnen, sollte das für die Playoffs reichen“, meinte Philipp Schwethelm mit Blick auf das Klassement, in dem die Oldenburger als Siebter derzeit zwei Punkte mehr als der Neuntplatzierte Gießen aufweisen.
Schwethelms Zielsetzung erscheint recht ambitioniert, wenn man an die teils gruseligen Auswärtsauftritte der Baskets in dieser Saison zurückdenkt. Sogar bei Kellerkindern wie Würzburg oder Vechta setzte es Klatschen, zuletzt waren die Oldenburger in Gießen komplett chancenlos.
Mit dem eigenen Publikum im Rücken dominant und spielfreudig, als Gastmannschaft verunsichert und planlos: Die enorme Diskrepanz zwischen den Heim- und Auswärtsleistungen der Baskets ist auch Schwethelm ein Rätsel. „Dieses Phänomen ist mir in meiner Karriere schon häufiger begegnet – auch umgekehrt. Als ich noch in Ulm gespielt habe, waren wir zum Beispiel in einer Saison auswärts viel besser als zuhause. Eine Erklärung dafür kann ich aber nicht liefern“, sagte der 27-Jährige.
Schwethelm, der seinen Vertrag kürzlich um zwei Jahre verlängert hat, sieht dem Saisonendspurt aber trotzdem optimistisch entgegen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Spiel gegen Bayreuth nicht unser letztes Heimspiel in dieser Saison war“, meinte der Dreierspezialist. Für ein Wiedersehen mit den Fans in der großen Arena müssten die Oldenburger die Playoffs erreichen, wo ihnen in der Viertelfinalserie zumindest ein Heimspiel garantiert wäre.
Die starken Leistungen in der großen Arena hätten das Selbstvertrauen wachsen lassen. „Gegen Berlin, Ludwigsburg und Bayreuth haben wir gezeigt, zu was wir imstande sind“, sagte Schwethelm: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir jetzt auch endlich auswärts den Schalter umlegen werden.“ Wie das gelingen soll? „Wir müssen noch konzentrierter, noch härter spielen. Wir müssen rausgehen und brennen.“
