OLDENBURG - Alba Berlin, am Sonnabend (20 Uhr) Bundesligagast der EWE Baskets Oldenburg, war und ist (noch) die Lokomotive des deutschen Basketballs. Das Hauptstadtteam diktierte über viele Jahre das Geschehen. Jeder Gegner war motiviert Spiele gegen Alba waren immer etwas Besonders. So soll es auch bleiben, findet Alba Geschäftsführer Marco Baldi.
Optimum nicht erreicht
Ganz so ist es nicht mehr. Alba liegt mit 30:16 Punkten zwar noch auf dem vierten Platz der Bundesliga. So unantastbar wie in früheren Spielzeiten sind die Berliner aber nicht mehr. Es entstand in der Anfangsphase der Saison trotz der acht Siege das Gefühl, nicht das Optimum mit der Mannschaft zu erreichen, erklärt Baldi eine Entwicklung, die schleichend einsetzte und nur durch die Siege kaschiert worden war.
Nicht alle Akteure des Kaders schienen verinnerlicht zu haben, was es heißt, für Alba spielen zu dürfen, das erfolgreichste deutsche Team. Nicht alle zogen so mit, wie es sich die Verantwortlichen vorstellten, nicht alle entwickelten sich wie erhofft weiter (Beispiel Hollis Price). Und auch die Institution Luka Pavicevic, seit 2007 erfolgreicher Trainer an der Spree, schien nicht mehr den Erfolg herbeiführen zu können, der in Berlin erwartet wird.
Neue Impulse setzen
Die Berliner Verantwortlichen hielten lange an Pavicevic fest, grübelten nicht minder lange und entschieden sich im Januar doch, neue Impulse zu setzen, wie es der 48-jährige Baldi umschreibt Trainerwechsel. Wohlwissend, dass mit der Verpflichtung des Israeli Muli Katzurin (56) auch das Risiko verbunden war, weitere Niederlagen einstecken zu müssen und dass die Umbruchsituation für noch mehr Unruhe sorgen könne. Genau das trat ein. Neben Niederlagen in der Bundesliga mussten die Albatrosse auch im internationalen Eurocup die Segel streichen. Sportlich eine Enttäuschung, die sich auf die Psyche der Spieler niederschlug.
Baldi sieht den Verein dennoch auf dem richtigen Weg: Langsam würden die neuen Strukturen greifen, die Handschrift des Trainers sichtbar werden, die Verpflichtung u.a. von Heiko Schaffartzik und Taylor Rochestie Wirkung zeigen. In der Defensive würde jetzt auch eine Zonenverteidigung gespielt, über das gesamte Feld verteidigt. In der Offensive verstecke sich kein Spieler mehr, jetzt werde Verantwortung übernommen.
Derweil hat Baldi laut Bild.de das Interesse Albas an Dirk Nowitzki bekundet, falls es in der kommenden Saison in den USA zu einem Streik kommen sollte und der Spieler der Dallas Mavericks damit für eine deutsche Mannschaft frei wäre. Baldi: Bei ihm wäre mir egal, dass ich nicht weiß, wie lange er bei uns spielen wird. Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Auch Bayern München würde den Superstar gerne verpflichten.
