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Basketball Auch Deutsch steht auf Trainingsplan

OLDENBURG - Ronald Burrell ist sich seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten gar nicht recht bewusst. „Oh, ich wusste nicht, dass das für andere so schwer ist“, sagt der 28-Jährige, der seit dieser Saison für die EWE Baskets Oldenburg aufläuft. „Ich hatte ja auch schon ein bisschen Zeit zum Üben.“

Der Amerikaner kann nahezu akzentfrei die Namen der Oldenburger Bundesliga-Gegner wie „Quakenbrück“ oder „Ludwigsburg“ sagen – eine Hürde, an der manch anderer amerikanische Basketball-Profi in Deutschland scheitert.

Burrell spielte bereits von 2006 bis 2008 in der Bundesliga und hatte in dieser Zeit Gelegenheit, sich mit den so exotisch klingenden Namen vertraut zu machen. Zunächst war er ein Jahr in Köln aktiv, danach spielte er eine Saison in Bonn. So richtig Deutsch gelernt habe er damals allerdings nicht, gibt er zu. Das soll dieses Mal anders werden, die entsprechenden Lehrbücher liegen schon bei ihm und seiner Frau auf dem Tisch.

Zwei Jahre im Rheinland, danach drei Jahre beim polnischen Serienmeister AP Gdingen – im vom Nomadentum geprägten Profi-Basketball mit meist jährlichen Wechseln scheint Burrell jemand zu sein, der die Beständigkeit sucht. „Naja“, lacht der 2,04 Meter große Flügelspieler, „das sieht auf den ersten Blick so aus. Letztlich ist unser Geschäft auch von Zufällen abhängig.“

Denn dass aus zwei Jahren in Polen überhaupt drei wurden, lag an einem unglücklichen Zufall. „Ich hatte 2010 schon Kontakt mit den Oldenburgern“, erzählt der aus dem US-Bundesstaat New Jersey stammende Mann. „Dann kam aber ein Fußbruch dazwischen und ich wusste nicht genau, wie es weitergeht.“ Trotz langer Fehlzeit verlängerte Gdingen den Vertrag mit Burrell nochmals um ein Jahr, ehe es in diesem Sommer dann mit dem Wechsel nach Oldenburg klappte. Großen Anteil daran habe indirekt Rickey Paulding gehabt, erzählt Burrell. Denn der Baskets-Kapitän und er haben denselben Berater. Und dieser habe Burrell vorgeschwärmt, wie gut es Paulding (er spielt seit 2007 bei den Baskets) in Oldenburg gefalle. So unterschrieb Burrell einen Einjahresvertrag, der auf Wunsch des Vereins um ein Jahr verlängert werden kann. Paulding ist für Burrell noch in anderer Hinsicht ein Vorbild. „Er war schon einmal mit den Baskets Meister“, sagt der Neu-Oldenburger. „Das will ich auch erreichen.“

Dass Burrell auch auf dem Feld Außergewöhnliches leisten kann, will er an diesem Sonnabend (20 Uhr, EWE-Arena) zeigen. Dann erwarten die Baskets am zweiten Bundesliga-Spieltag das Team des BBC Bayreuth. „Über diese Mannschaft weiß ich ganz ehrlich nicht so viel“, sagt Burrell. „Aber die haben damals, als ich in Deutschland war, auch noch nicht in der Bundesliga gespielt.“

 @ Mehr Infos unter

http://www.NWZonline.de/ewebaskets

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
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