OLDENBURG - Die EWE Baskets Oldenburg pochen nach der 58:72-Heimpleite gegen Göttingen an diesem Freitag (19.30 Uhr, EWE-Arena) gegen Alba Berlin auf Wiedergutmachung. Doch die Berliner sind nicht der Aufbaugegner, der nach der Niederlage eventuell vonnöten wäre, sondern Tabellenerster der Basketball-Bundesliga (BBL).
Obwohl die Berliner im vergangenen Jahr nur das Halbfinale um die BBL-Meisterschaft erreichten – nach Berliner Maßstäben ein unzureichendes Ergebnis –, ließ man im Sommer die Leistungsträger Aleksander Nadjfeji (Kroatien), Casey Jacobsen, Ansu Sesay (beide USA) und Patrick Femerling ziehen, auch der Etat wurde verringert.
Zwar präsentierte Alba in Kenan Bajramovic (28) einen Hochkaräter als einzigen Zugang. Dieser fand jedoch nie in das komplizierte System von Trainer Luka Pavicevic, sein Vertrag wurde Mitte Dezember aufgelöst. Als Ersatz kam Jurica Golemac (32) von Oldenburgs Euroleague-Gegner Panathinaikos Athen. Zudem wurde vor kurzem Nationalspieler Lucca Staiger (21) von der US-Universität Iowa State verpflichtet. Für ihn musste Oskar Fassler, der ab sofort in der Pro A für Jena spielt, weichen.
Am Dienstag nahm Alba außerdem den türkischen Nationalspieler Cemal Nalga (22) unter Vertrag. Dieser spielte zuletzt für Galatasaray Istanbul, wurde jedoch kürzlich vom türkischen Verband für zwei Jahre gesperrt.
Nalga hatte im September 2009 auf Anordnung des Vereins unter falschem Namen im Trikot eines Mitspielers für Galatasaray an zwei Testspielen in Deutschland teilgenommen, obwohl er nach einer Tätlichkeit noch gesperrt war. Ein Glücksfall für Alba, dass die Zwei-Jahres-Sperre nicht in Deutschland gilt, denn durch die Verletzung von Adam Chubb war ein Ersatz nötig geworden.
Trotz der vielen personellen Veränderungen stehen die Berliner in der Tabelle gut da. Zwar waren sie anfangs Tabellenletzte. Dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass das Team aufgrund der Euroleague-Qualifikation in der BBL pausierte. Seitdem Alba in den Spielbetrieb eingestiegen ist, verloren die Berliner erst drei Spiele und holten mit sechzehn Erfolgen drei Siege mehr als Oldenburg.
Das Hinspiel (69:67) dominierte Alba, am Ende wurde es dennoch knapp. Kurz vor Schluss vergab Je’Kel Foster einen Dreier und damit die letzte Siegchance. Im Heimspiel hoffen die Oldenburger auf ein besseres Ende. Die Pause nach dem Göttingen-Spiel dürfte neue Energie gegeben haben, auch die Motivation sollte nach der Göttingen-Niederlage stimmen.
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