OLDENBURG - Sie schmerzte, die 76:86-Niederlage, die die EWE Baskets Oldenburg am Sonntagabend in der Bundesliga gegen den Rivalen Artland Dragons hinnehmen mussten. Sie dürfte aber dennoch eine heilsame Wirkung für Fans und Mannschaft gehabt haben: Das Publikum musste erkennen, dass auch bei den ach so erfolgreichen Baskets die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Und das Team bekam vor Augen geführt, was es in den kommenden Wochen in den Playoffs erwarten darf: Vehement kämpfende Gegner, die bis an die Grenze des Erlaubten gehen, um den Spielfluss der Oldenburger zu stören.
Die Euphorie war zuletzt groß, als die Baskets die Partien in Bamberg und Düsseldorf sowie in der eigenen Halle gegen Braunschweig und Frankfurt jeweils nach harter Gegenwehr für sich entschieden hatten. Das Wort „Titelgewinn“ fiel auch schon mal. Dass es bis dahin ein weiter Weg ist, machte Quakenbrück deutlich. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath den Baskets eines voraus: den unbedingten Siegeswillen. Die Dragons brauchten den Erfolg, um ihre Chance auf den Playoff-Platz zu wahren, die Oldenburger haben den schon sicher. Verständlich, dass ihre Spannung etwas nachgelassen hat.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Entwicklung dieses Matches: 57 Prozent aller Würfe der Baskets trafen im ersten Viertel (Quakenbrück 46). Nach dem zweiten Viertel (50:50) war das Verhältnis schon ausgeglichen. Und in den Abschnitten drei und vier sank die Quote bei den Baskets über 46 auf 45 Prozent, während die Gäste sich über 51 auf 52 Prozent steigerten. Ähnlich war die Entwicklung bei den Rebounds: Erst beherrschten die Oldenburger das Areal unter den Körben, am Ende hatten sie sich 33 Rebounds gefischt, während Quakenbrück seine Bilanz noch auf 29 schraubte.
Hinzu kam, dass alle langen Oldenburger Spieler schon zu früh durch die Artland-Center Darius Hall und Darren Fenn zu Fouls gezwungen wurden. Und je näher die Oldenburger in den Bereich des fünften Fouls kamen, desto mehr verstanden es die Gäste, mit ihren kleineren Spielern Ronald Ross, Lamont McIntosh, Chad Prewitt und Toby Bailey zu punkten. Auf der Gegenseite stachen in den entscheidenden Momenten diesmal nicht Spieler wie Je’Kel Foster und Rickey Paulding. Und am Ende wurde trotz einer starken Leistung von Jonathan Wallace und Daniel Hain klar, dass Guard Jason Gardner auf Dauer nicht zu ersetzen ist.
