OLDENBURG - Zäh und wenig unterhaltsam war die Partie der Basketball-Bundesliga zwischen den EWE Baskets Oldenburg und dem Tabellenzweiten RP Ulm am Sonntagabend in den ersten 20 Minuten. Und auch für den Rest des Spiels erwarteten die 3102 Fans nichts Spektakuläres mehr. Die Teams und allen voran die Baskets belehrten sie aber eines Besseren: Mit viel Disziplin, weniger Fehlern und einem großem Kampfgeist wendeten die Baskets die Niederlage noch ab und freuten sich am Ende über den 84:80 (31:37)-Sieg. Es war im achten Spiel der erste Erfolg gegen eines der vier Topteams. Die Playoffs können aber nur noch theoretisch erreicht werden, da auch Frankfurt, Bonn und Bremerhaven siegten.

Vater des Siegs war Center Adam Chubb. 15 Rebounds angelte er sich, sorgte für 30 Punkte – 18 davon im Schlussviertel – und brachte mit Ulms Center John Bryant einen der besten Spieler dieser Saison der Verzweiflung nahe. „Chubb machte den Unterschied aus“, erkannte Gästetrainer Thorsten Leibenath anerkennend.

Der US-Amerikaner war ein wichtiger Mosaikstein im Oldenburger Spiel, das auch darauf ausgelegt war, Bryant zu stoppen. Dass dafür Steven Esterkamp nach der Pause fünf Distanzwürfe versenkte, nahm Baskets-Trainer Ralph Held in Kauf.

Er freute sich über die Moral seines Teams, das ohne Ronnie Burrell (Bauchmuskelverletzung) auskommen musste, und lobte die Arbeit der medizinischen Abteilung. Die hatte alles dafür getan, dass Kenny Hasbrouck, der nach vier Minuten von Bryant unabsichtlich gefoult worden war, in Hälfte zwei wieder auflaufen konnte und sich dann zu einem Sieggaranten entwickelte. Neben Rickey Paulding war er der einzige Oldenburger, der sicher aus der Distanz traf. Wäre diese Quote höher als nur 25 Prozent gewesen, hätten die Baskets nicht bis in die Endphase um den Sieg bangen müssen.

Nach diesem sah es zur Pause nicht aus. Zwar lagen die Baskets nach einem 9:13-Rückstand (6. Minute) 16:13 (10.) vorne. Da sich dann aber Leichtsinnsfehler, Wurfpech sowie Abstimmungsprobleme häuften, und Ulm durch einen 12:0-Lauf die Führung übernahm, deutete sich eine drohende Niederlage an.

Als die Baskets zum 40:40 (23.) ausgeglichen hatten, kam endlich Stimmung in der Arena auf. Beide Teams lieferten sich jetzt ein Kräftemessen auf Augenhöhe. Erst führten die Gäste dank Esterkamps Treffsicherheit (56:52/28.), dann konterte Oldenburg (64:63/32.). Im Gegensatz zu vielen Partien zuvor verloren die Baskets ihre Linie diesmal aber nicht mehr. Entschlossen packten sie in der Defensive zu. Und im Abschluss konnten sie auf Chubb zählen, der maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die Oldenburger Fans diesmal zufrieden den Heimweg antraten. Gerechnet hatten sie damit zur Pause nicht mehr.