OLDENBURG - Gerne erinnern sich die Fans und Verantwortlichen der EWE Baskets Oldenburg an die vergangenen beiden Spielzeiten: Da gewannen sie sämtliche Spiele in der Basketball-Bundesliga gegen die Baskets Bamberg. In der Saison 2008/09 beide Partien der Hauptrunde und dann das Playoff-Halbfinale klar 3:0. In der vergangenen Saison behielt der Meister von 2009 ebenfalls zweimal deutlich die Oberhand. Danach aber kippten die Kräfteverhältnisse: Während die Baskets aus Oldenburg im Viertelfinale an Braunschweig scheiterten, sicherten sich die Baskets aus Bamberg den Titel und starteten einen Höhenflug.

So kommt das Team von Chris Fleming als die überragende Mannschaft dieser Spielzeit zum Gastspiel nach Oldenburgern (Freitag, 20 Uhr, EWE-Arena) und ist klarer Favorit. Schon im Hinspiel in Franken besaß das Team von Trainer Predrag Krunic beim 66:101 nicht den Hauch einer Chance. Und seit Wochen steht der Titelverteidiger schon als Erster der Hauptrunde fest. Im Gegensatz dazu haben sich die Oldenburger durch die verdiente Niederlage gegen die Eisbären Bremerhaven selbst wieder in Bedrängnis gebracht und müssen um die Teilnahme an den Playoff-Spielen bangen. Zwei Siege brauchen sie aus den drei Spielen gegen Bamberg in Ulm und gegen Düsseldorf noch, um endgültige Sicherheit zu besitzen. Wenn einer der beiden Siege schon gegen Bamberg geholt werden soll, muss die Mannschaft sich aber im Vergleich zum Spiel gegen Bremerhaven erheblich steigern. Nur zwei Viertel konnte sie überzeugen, der Rest war verbesserungswürdig.

„Wir müssen über die gesamte Zeit aggressiver spielen, aus dem Rückraum mehr Druck entwickeln und vor allem in heiklen Situationen die Ruhe bewahren“, nennt Krunic zwei Grundvoraussetzungen, wenn sein Team den Gästen auch nur im Ansatz gefährlich werden will. Insbesondere die Ruhe verloren sie gegen Bremerhaven, als die Würfe aus der Distanz das Ziel verfehlten und die Spieler als Folge davon in Hektik verfielen. Ballverluste und leichte Punkte der Eisbären waren die Folge. Und Bamberg scheint noch stärker und routinierter als die Eisbären zu sein.

Der aktuelle Meister stellt eine Mannschaft mit einem ausgeglichenen und tief besetzten Kader, der seinesgleichen in der Liga sucht. „Das ist ein eingespieltes Team“, analysiert Krunic. Angeführt von Casey Jacobsen (12,1 Punkte im Schnitt pro Spiel) und Predrag Suput (12,2) ging der Tabellenführer in dieser Saison erst zweimal als Verlierer vom Platz – 69:72 bei Schlusslicht Düsseldorf und 69:82 bei der BG Göttingen. Zudem gewann die Mannschaft den BBL-Pokal.

Als Einheit präsentierten sich die Oldenburger zuletzt selten. Wenn sie aber gegen Bamberg ihre Außenseiterchance nutzen wollen, müssen sie genau so auftreten. Dann können sie vielleicht wieder für die alten Kräfteverhältnisse sorgen. So, wie in der vorherigen Spielzeiten.