Oldenburg - Eigentlich hat er eine Trefferquote von 100 Prozent. Doch am Sonntag verfehlte Hubird mit seiner Kanone sogar das Publikum in der großen EWE-Arena: In einer Unterbrechung in der zweiten Halbzeit des Bundesligaspiels zwischen den EWE Baskets und MBC Weißenfels zielte er auf die hohen Zuschauerränge einer Hallenecke, doch das gelbe T-Shirt flog nicht weit genug und segelte in einen der Eingangstunnel.
Tadda: „Da war der Schlendrian drin“
Dieser Schuss war symptomatisch für die zweite Halbzeit der Oldenburger Basketballer, die alleine in den letzten acht Sekunden der Partie drei Freiwürfe vergaben und nur äußerst knapp den 86:84 (47:34)-Sieg festhielten, nachdem sie zu Beginn des dritten Viertels zwischenzeitlich mit 16 Punkten vorn gelegen hatten. „In der zweiten Hälfte war bei uns ein bisschen der Schlendrian drin“, formulierte es Nationalspieler Karsten Tadda nach dem Spiel eher behutsam.
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Rasid Mahalbasic war drastischer: „Wir können es uns nicht erlauben, dass wir nach so einer ersten Halbzeit nur mit Glück gewinnen“, sagte der Österreicher und ergänzte: „Die ganze Leistung hat nicht gepasst, sowohl von mir als auch vom ganzen Team.“ Und das sagte – wohlgemerkt – der mit 25 Punkten beste Werfer der Partie. Vor allem die Leistung von der Freiwurflinie war schlecht: Nur 16 von 25 Versuchen trafen die Oldenburger.
Komfortabler Vorsprung
Dabei waren die Baskets richtig gut gestartet: 9:0 hieß es nach zwei Minuten. Es war, als ob die zum großen Teil in gelb gekleideten 5073 Zuschauer in der Arena ihr Team beflügelten. Nach einer Auszeit kam auch Weißenfels ins Spiel, doch bis zur Halbzeit hatte Oldenburg durch gute Defensive und dank eines starken Mahalbasic, der bis dahin schon 18 Punkte und fünf Rebounds sammelte, sich einen komfortablen Vorsprung herausgespielt.
Im dritten Viertel wurde Weißenfels aggressiver und verkürzte den Rückstand, der vor dem Schlussviertel aber noch zehn Punkte (69:59) betrug. Doch die Oldenburger wirkten weiter etwas lethargisch, es fehlte der Biss. „Die Mannschaft hat das Spiel zu früh abgehakt“, schimpfte Trainer Mladen Drijencic und konkretisierte: „wir haben zu wenig Einsatz gezeigt und in der zweiten Halbzeit 50 Punkte erlaubt.“
Drei vergebene Freiwürfe in drei Sekunden
Das Schlussviertel wurde dann noch einmal hochdramatisch: Nach 35 Minuten glich Andrew Warren, mit 24 Punkten bester Werfer der Gäste, zum 73:73 aus, kurz darauf ging der MBC sogar 76:75 in Führung. Es blieb zwar die einzige, aber Weißenfels kam acht Sekunden vor Ende noch einmal auf 84:85 heran.
Als Frantz Massenat dann an die Freiwurflinie musste, vergab er beide Versuche. Mahalbasic holte sich den Rebound, wurde gefoult – und auch er vergab einen Freiwurf. Den zweiten aber traf er. Bei nur zwei Punkten Vorsprung der Oldenburger kam Weißenfels noch einmal zum Wurf – doch vergab.
Drijencic war nach dem Sieg jedoch alles andere als begeistert: „Es ist eine Seuche. Wir schaffen es einfach nicht, ein ganzes Spiel kontinuierlich gut zu spielen“, meinte der Trainer, auch mit Blick auf die Niederlage bei Brose Bamberg am Freitagabend: „Da haben wir 32 Minuten guten Basketball gespielt, aber dann haben wir Bamberg einen 19:0-Lauf erlaubt.“
Das müsse sein Team aber nun abstellen: „Ich hoffe, dass das die letzte Warnung war für die Jungs. Es ist jetzt Playoff-Zeit. Es ist nicht mehr Hauptrunde, es ist Playoff-Zeit.“
