Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Basketball Beck gibt in Japan Richtung vor

OLDENBURG - Die Zahl drei hat derzeit in der Karriere des Basketball-Trainers Don Beck eine besondere Bedeutung. Vor rund drei Jahren, im Sommer 2007, endete die Zusammenarbeit des US-Amerikaners mit dem Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg. Vorausgegangen war allerdings kein dritter, sondern ein für Oldenburger Ansprüche enttäuschender neunter Platz nach der Hauptrunde, so dass die Playoffs ohne das Team stattfanden. Beck musste nach fünf Jahren bei den Baskets gehen – und ging auf Wanderschaft.

Inzwischen ist er beim japanischen Erstligisten Toyota Alvark in Tokio gelandet. Es ist die dritte Station im dritten Land seit seiner Trennung von den Baskets.

Trainer mit eigenem Fahrer

„Es ist beeindruckend, mit welcher Professionalität hier gearbeitet wird“, schwärmt der 57-Jährige über die Bedingungen beim Hauptstadt-Club. „So viele hauptamtliche Mitarbeiter im Trainerstab und in der Geschäftsstelle habe ich bei keinem anderem Verein erlebt. Ich habe sogar einen Fahrer.“

Das Niveau der japanischen Liga sei ein wenig schwächer als das der deutschen Bundesliga, berichtet Beck: „Es gibt allerdings ein paar Teams, die in der BBL mithalten könnten.“

Auf amerikanische Landsleute in der Mannschaft muss Beck in Tokio – im Gegensatz zu seiner Zeit bei den Baskets – weitgehend verzichten. „Es dürfen hier nur zwei Ausländer im Team stehen“, erklärt der Trainer. „So ist garantiert, dass japanische Akteure viel Einsatzzeit erhalten.“

Einen der beiden Ausländer-Plätze im Team nimmt der Amerikaner Jeff Gibbs ein. Der 30-Jährige spielte in der vergangenen Saison noch bei den Eisbären Bremerhaven. Dass er sich nun wie Beck und andere, gestandene Landsleute in der aufstrebenden japanischen Liga tummelt, hat auch finanzielle Gründe. Als Eisbären-Manager Jan Rathjen im Sommer den Vertrag mit Gibbs verlängern wollte, konnte er die Zahlen kaum glauben, die Gibbs ihm aus den parallel laufenden Verhandlungen mit den Vertretern von Toyota Alvark nannte. Den umgekehrten Weg schlug derweil Louis Campbell ein. Er spielte drei Jahre lang bei Toyota Alvark, ehe er über die Station Bremerhaven in diesem Jahr nach Oldenburg kam.

In Tokio haben Gibbs und Beck jeweils einen Einjahresvertrag unterschrieben. „Das ist die Philosophie des Clubs. Ich kann mir aber gut vorstellen, hier noch einmal zu verlängern“, sagt der Trainer, der mit seinem Team nach acht Spielen auf Platz zwei liegt.

Das Engagement bei den Baskets war 2007 zwar zu Ende gegangen, die Bindung von Beck an die Stadt Oldenburg hat darunter aber kaum gelitten. In der spielfreien Zeit wohnt er weiterhin mit seiner Frau und seiner Tochter in seinem Oldenburger Haus. Nur für die Dauer der Saison bezieht Beck Quartier in Tokio.

Der Weg nach Japan führte für den Amerikaner über Belgien und die Niederlande. 2007 übernahm er Euphony Bree und führte das Team 2008 zur belgischen Vize-Meisterschaft. Da der Club anschließend aber in finanzielle Schwierigkeiten geriet, verließ Beck wie auch ein Großteil der Leistungsträger den Verein.

Pokalsieger mit Den Bosch

Neben dem sportlichen Erfolg sind Beck aus Belgien auch seine Tennisstunden in Erinnerung geblieben. „In meiner Mannschaft spielte der Amerikaner Brian Lynch“, berichtet Beck. „Der ist mit der belgischen Weltklasse-Tennisspielerin Kim Clijsters verheiratet. Und da ich auch gerne Tennis spiele, hat Lynch ein paar Mal arrangiert, dass wir zusammen spielten. Es hat riesigen Spaß gemacht, mit einer mehrfachen Grand-Slam-Siegerin auf dem Platz zu stehen.“

Nach dem Abschied aus Bree übernahm Beck Anfang 2009 die Eiffel Towers Den Bosch in den Niederlanden, mit denen er Vizemeister und Pokalsieger wurde. In der Saison 2009/10 zeichneten sich allerdings auch dort finanzielle Probleme ab, die kurz vor Beginn der Playoffs in diesem Sommer zur Trennung führten. Anschließend nahm Beck das Angebot aus Japan an.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Hoffen auf reges Interesse für die Schmetterlingswochen: Landschaftsökologe Felix Närmann (l.) und Thorsten Kuchta von der Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050.

SCHMETTERLINGSWOCHEN IN MOORMERLAND Forschungen förderten eine große Vielfalt an Faltern zutage

Axel Pries
Moormerland
Fordert Verbesserungen für die Opfer des SED-Regimes: Evelyn Zupke (62), frühere Bürgerrechtlerin und SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag

STREIT UM ANGEKÜNDIGTE VERBESSERUNGEN Warum SED-Opfer der Bundesregierung „Wortbruch“ vorwerfen

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Der Klosterpark Oestringfelde ist sozusagen die „grüne Lunge“ von Schortens und beliebtes Ausflugsziel. Dort stehen unter anderem mehrere alte Eiben.

FÖRDERMITTEL FÜR KLOSTERPARK Juwel der Stadt Schortens soll mit 1,387 Millionen Euro weiterentwickelt werden

Jeversches Wochenblatt
Schortens
„Darüber müssen wir nochmal reden“
Pro-palästinensische Proteste vor der US-Botschaft in Jakarta (Indonesien): Im Hintergrund ist das KI-generierte Bild „all eyes on Rafah“ zu sehen. Dieses geht zurzeit in den „sozialen Medien“ viral.

KOLUMNE ZU „ALL EYES ON RAFAH“-KI-BILD Erst recherchieren, dann teilen

Luise Charlotte Bauer
Der ehemalige Geschäftsführer des Klinikums Wilhelmshaven, Reinhold Keil.

PROZESS GEGEN WILHELMSHAVENS EX-KLINIKUMS-GESCHÄFTSFÜHRER Fehlende Qualifikation bei Bewerbung nicht überprüft

Lutz Rector
Wilhelmshaven