Oldenburg - Beim ersten Blick auf die Tabelle könnte man meinen, die Eurocup-Begegnung an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) bei Reyer Venedig kommt für die EWE Baskets Oldenburg einer gemütlichen Gondelfahrt gleich. Einsteigen, 40 Minuten entspannt durch die Halle schippern und mit zwei Punkten zurück ins Hotel.
Schließlich geht der Basketball-Bundesligist als Tabellenzweiter der Gruppe F in diese Partie – Venedig hingegen ist mit Rang vier Tabellenletzter. Dazu dominierte der Basketball-Bundesligist die Italiener im Hinspiel (98:87) in Oldenburg nach Belieben. Doch ganz so einfach wird der Trip in die Lagunen-Stadt dann doch nicht werden.
Denn beim zweiten Blick auf das Tableau lässt sich schnell erkennen, wie verdammt eng es in dieser Gruppe zwei Spieltage vor Schluss zugeht. Alle vier Mannschaften weisen nach vier Partien eine ausgeglichene Bilanz von zwei Siegen und zwei Niederlagen auf. Dazu ist der italienische Meister alles andere als Laufkundschaft. Beim Spitzenreiter Promitheas Patras setzten sich die Italiener im Hinspiel Ende Januar in Griechenland 70:68 durch. Eine Woche später ging Venedig gegen die Griechen allerdings in der italienischen Lagunen-Stadt mit 52:70 unter. „Venedig hat das letzte Heimspiel gegen Patras verloren und wird den direkten Vergleich gegen uns im Kopf haben, also wird Venedig extrem motiviert auftreten. Ein Sieg wäre für uns ein enormer Schritt im Kampf um das Viertelfinale“, sagt Baskets-Spieler Karsten Tadda.
Doch das Team von Baskets-Trainer Mladen Drijencic – und nun drei Euro ins Phrasenschwein – muss in Venedig in erster Linie nur auf sich selbst gucken und seinen Stiefel runterspielen. Denn Oldenburg hat am vorletzten Spieltag noch alle Trümpfe in der eigenen Hand. Mit einem Erfolg gegen Venedig und einer gleichzeitigen Niederlage von Germani Brescia in Patras würden die Baskets sogar erstmals in der Club-Geschichte das Viertelfinal-Ticket buchen – und gleichzeitig den ersten Sieg auf italienischem Boden im Eurocup feiern.
„Venedig steht unter Druck ist deshalb noch einmal gefährlicher. Wir werden ab der ersten Sekunde mit enormer Energie spielen müssen, wenn wir gegen eines der besten Teams im Top 16 gewinnen wollen“, weiß Drijencic. Wenn Oldenburg mit der gleichen Konzentration und Leidenschaft auftritt wie beim Heimerfolg gegen Alba Berlin in der Liga (93:88), dann ist der Viertelfinal-Einzug mehr als möglich.
