Oldenburg - Zwei Tage nach der schmerzhaften Derby-Niederlage bei Rasta Vechta und zwei Tage vor dem nächsten Spitzenspiel gegen Brose Bamberg an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/große Arena) haben die EWE Baskets Oldenburg wieder für positive Nachrichten gesorgt. Wie der Basketball-Bundesligist am Montag bekanntgab, hat Philipp Schwethelm seinen Vertrag beim Tabellenzweiten vorzeitig um ein Jahr bis 2020 verlängert. Der 29-Jährige wird somit im Herbst in seine fünfte Saison bei den Baskets gehen. Schwethelm war 2015 aus Ulm zu den Oldenburgern gewechselt, wo er bei den Fans nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen einen hohen Stellenwert genießt.

„Oldenburg ist für mich mehr als nur eine basketballerische Heimat geworden. Ich habe mein Spiel hier nochmal auf ein anderes Level gehoben. Mir wird hier bei den Baskets ein großes Maß an Vertrauen entgegengebracht. Für mich passt es hier einfach: Ein toller Club mit vielen Unterstützern und großartigen Fans“, sagte Schwethelm, dessen Wert für die Baskets als Publikumsliebling und Integrationsfigur über das Sportliche hinausgeht.

„Ich finde es beeindruckend, wie sich Philipp hier bei uns als Spieler und Mensch einbringt. Das erlebt man selten, dass jemand auf wirklich allen Ebenen – sei es hier im Club, bei den Fans, bei unseren Sponsoren und in den Medien – einen so hohen Respekt und große Anerkennung genießt. Uns macht es stolz, solch einen Profi in unseren Reihen zu haben“, schwärmte Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller von dem Rheinländer, der schon während seiner Karriere für die Zeit danach plant. Über eine Fernuniversität treibt Schwethelm sein Management-Studium voran, Ende vergangenen Jahres brachte er mit dem Ratgeber „Profi sein – nicht nur im Sport“ sein erstes Buch auf den Markt.

Sportlich läuft es für den 29-Jährigen ebenfalls blendend, nach Meinung vieler Experten spielt er aktuell die beste Saison seiner Karriere. Schwethelm zählt seit Jahren zu den besten Dreipunkte-Werfern der Liga, in der ewigen Bestenliste der BBL belegt er mit 571 getroffenen Dreiern Platz sieben. Mit seinem Wechsel nach Oldenburg vor vier Jahren entwickelte Schwethelm sein Spiel aber noch einmal weiter. Trainer Mladen Drijencic setzte ihn auf der Vierer-Position des Power Forwards ein, wo sich der 29-Jährige nach anfänglichen Eingewöhnungsproblemen inzwischen hervorragend zurechtfindet.

In dieser Saison trifft Schwethelm weiterhin gewohnt verlässlich aus der Entfernung (40 Prozent Dreierquote), attackiert aber zudem so oft wie nie zuvor den Korb. Weil er dabei 70 Prozent seiner Versuche aus der Nah- und Mitteldistanz verwandelt, ist er für die gegnerische Verteidigung nur schwer auszurechnen. In der aktuellen Spielzeit steuert er durchschnittlich 9,4 Punkte und 3,7 Rebounds pro Partie bei.

Drijencic lobte den Arbeitseifer des Profis, der in seiner Karriere 441 Bundesliga-Partien bestritten und zuletzt gegen Bayern München seine wohl beste Leistung im Baskets-Trikot gezeigt hat. „Philipp ist für jeden Coach ein Geschenk. Er ist einer, der mit vorbildlicher und sehr professioneller Einstellung Basketball lebt – und das in allen Facetten dieses Spiels. Er bereitet sich auf jedes Training und auf jedes Spiel akribisch vor. Bewundernswert ist zudem, dass er selbst nach so vielen Jahren als Profi sich immer noch weiterentwickelt und dafür sehr viel investiert“, meinte der Coach über den 49-maligen Nationalspieler, der seine Länderspiel-Karriere vor einiger Zeit aus gesundheitliche Gründen beendete.

Schwethelm ist nach Rickey Paulding (36) und Rasid Mahalbasic (28) bereits der dritte Leistungsträger, mit dem die Baskets vorzeitig verlängert haben. Aus dem aktuellen Kader besitzen noch Will Cummings (26), Nathan Boothe (25), Karsten Tadda (30), Frantz Massenat (27) und Vojdan Stojanovski (31) keinen Vertrag für die nächste Saison.