OLDENBURG - Jason Gardner räumt mit einem Vorurteil auf. „Predrag Krunic ist eigentlich gar kein so ernster Typ“, sagt der Aufbauspieler der EWE Baskets Oldenburg über seinen meist konzentriert dreinblickenden Trainer. „Im Training steht natürlich die Arbeit an erster Stelle. Es gibt aber genügend Gelegenheiten, bei denen der Trainer auch mal Scherze macht und laut lacht.“
Dass Krunic seit Wochen Grund zur Freude hat, liegt auch an den guten Leistungen Gardners für den Basketball-Bundesligisten. Der Amerikaner ist maßgeblich daran beteiligt, dass die Oldenburger sieben Siege in Folge aufweisen. 113 Vorlagen zu Korberfolgen hat er in dieser Saison schon gegeben. In absoluten Zahlen ist das der höchste Wert aller Bundesligaspieler, mit 4,2 Vorlagen pro Spiel belegt er in der entsprechenden Rangliste Platz vier. Mit 13,1 Punkten pro Spiel weist er bei den Baskets den zweitbesten Wert hinter Jasmin Perkovic (13,3) auf.
„Nach einem schwierigen Start haben wir jetzt einen Lauf und gute Chancen, die Playoffs zu erreichen“, sagt Gardner. „Es ist schön zu sehen, wie wir jetzt für unsere harte Arbeit belohnt werden.“ Das nächste Mal soll das am Sonntag der Fall sein. Dann gastieren um 17 Uhr die Köln 99ers in der EWE-Arena.
Für den 27-jährigen Gardner ist es nach einem Engagement in Bonn im Vorjahr die zweite Saison in Deutschland. „Vermutlich ist die spanische Liga die stärkste in Europa“, sagt er. „Die Bundesliga finde ich aber wegen ihrer Ausgeglichenheit so interessant.“
In Spanien stand Gardner zwar noch nicht unter Vertrag, ansonsten ist er aber schon viel herumgekommen. Bis 2003 spielte er am College in Arizona, es folgten die Stationen Oostende (Belgien), Novo Mesto (Slowenien) und Ramat Gan (Israel), ehe er nach Bonn wechselte. In Oldenburg unterschrieb er im Vorjahr einen Zweijahresvertrag bis 2009.
Wenn der 1,78 Meter große Mann aus dem US-Bundesstaat Indiana einmal nicht Basketball spielt, verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Auf deren Drängen hin klappert Familie Gardner derzeit die Zoos in Norddeutschland ab.
Mit den Oldenburgern möchte Gardner im kommenden Jahr gern in einem europäischen Wettbewerb spielen. „Das wäre die nächste Stufe für mich und für den Verein“, sagt er. Die höchste Stufe wäre für ihn – und das ist selbstverständlich für einen US-Basketballprofi – ein Vertrag in der nordamerikanischen Profiliga NBA. „Den Traum habe ich“, sagt Gardner. „Mal schauen, ob das noch einmal klappt.“
