OLDENBURG - Erfahrungen sammeln, Deutschland in Europa gut vertreten und in der Bundesliga nach Abschluss der Hinrunde unter den sieben besten Teams stehen: Klar hatten die Verantwortlichen des deutschen Basketballmeisters EWE Baskets Oldenburg vor Saisonbeginn die Ziele für die erste Hälfte der Spielzeit formuliert. Und ihre Bilanz nach 20 Spieltagen kann sich sehen lassen, denn das Team von Trainer Predrag Krunic erfüllte alle Vorgaben.

Nach der Hinrunde lag es auf dem zweiten Platz und qualifizierte sich dadurch für die Entscheidungsspiele um die Final-Four-Teilnahme des BBL-Pokals, wo sie in Göttingen antreten muss.

Auch wenn es in der Euroleague nur zu einem Sieg gegen AP Gdingen langte, der erste Auftritt in der europäischen Königsklasse war gelungen. Denn im Verlauf des Wettbewerbs steigerte sich die Mannschaft. Anerkennende Worte fanden die Gegner für den Neuling.

Lehren gezogen

Dass die Baskets aus diesen Partien Lehren gezogen haben, verdeutlichte der 68:59-Sieg gegen Alba Berlin am Freitag. „Wenn wir nicht mehr den Druck der internationalen Spiele haben, können wir uns weiter verbessern“, hatte Krunic angekündigt. Die Partie am Freitag verdeutlichte dies eindrucksvoll.

Auch wenn die Oldenburger den Start verpatzten (2:16), verloren sie nie Ruhe und Übersicht. Allen voran Krunic. Er gestikulierte, redete intensiv mit den Spielern und handelte im Gegensatz zum Hinspiel immer richtig. Die Maßnahme, Joshua Carter und Marko Scekic für Jason Gardner und Milan Majstorovic zu bringen, war ebenso erfolgreich wie die, Daniel Strauch und Daniel Hain zeitweise aufzubieten. Und als Gardner später mit Selbstvertrauen und Tempo agierte, schenkte Krunic ihm wieder das Vertrauen.

Unter dem Oldenburger Offensiv-Druck, deren bissiger Defensive und der eigenen Doppelbelastung (Eurocup und Bundesliga) knickte Alba ein. Die Oldenburger konnten vor allem Letzteres nachempfinden, denn ihre Niederlagen in der Liga in Gießen, Weißenfels oder Ludwigsburg waren auch aus diesem Grund zustande gekommen.

Alba-Trainer genervt

Zudem verhielt sich Alba-Trainer Luka Pavicevic wenig mannschaftsdienlich: Es nervte ihn, dass sein Team sich dem meisterlichen Auftritt der Baskets beugen musste. Es nervte ihn so, dass er nach einem geahndeten Foul von Rashad Wright den Schiedsrichtern zu nahe kam, zwei technische Fouls kassierte, dem noch ein persönliches von Jurica Golemac folgte. Die daraus resultierenden acht Punkte zum 68:51 waren letztlich entscheidend.

Auch Pavicevics Verhalten machte diesmal den Unterschied aus. Sein Kollege Krunic, der mit seinem Engagement immer nahe vor einem Technischen Foul steht, würde sich in einer solchen Phase nie so gehen lassen. Auch das macht die Klasse der Oldenburger Mannschaft aus, die, ohne Doppelbelastung, auf Kurs ist.

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