OLDENBURG - In Basketball-Kreisen kursiert seit jeher die Meinung, dass Playoff-Spiele in der Bundesliga einen eigenen Charakter hätten. Sehr umkämpft seien die Partien der Meisterrunde, die Spannung sei kaum auszuhalten und am Ende komme meist ein knappes Ergebnis heraus. Den besten Beweis dafür lieferten am Pfingstsonntag die EWE Baskets Oldenburg und die Baskets Bamberg. Im ersten Spiel der Halbfinal-Serie setzten sich die Gastgeber mit 82:74 (30:25) durch.
Die beiden Teams boten den 3148 Zuschauern in der ausverkauften EWE-Arena all das, was sich Fans in der Saison-Verlängerung wünschen. Durch den spannenden Spielverlauf wurden andere Umstände zur Randerscheinung: Zu Spielbeginn hatten sich viele Zuschauer in der aufgeheizten Halle noch fleißig Luft zugefächert – bei Spielende störte sich niemand mehr am durchgeschwitzten T-Shirt des Nebenmannes, es wurde fleißig gejubelt, abgeklatscht und umarmt.
13-mal wechselte die Führung, erst mit einem Drei-Punkte-Wurf 55 Sekunden vor Schluss lenkte Spielmacher Jason Gardner seine Oldenburger endgültig in Richtung Heimsieg. Am Donnerstag (20.15 Uhr) hat die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic in Bamberg die Möglichkeit, den zweiten von drei nötigen Siegen zum Sprung ins Endspiel einzufahren.
Die ersten drei Viertel waren von einer niedrigen Trefferquote geprägt. 50:48 stand es nach 30 Minuten. Im Schlussabschnitt erzielten die Oldenburger dann stolze 32 Punkte, die Bamberger sammelten in zehn Minuten immerhin 26 Zähler.
„Das war so ein typisches Playoff-Spiel“, sagte Krunic. „Entscheidend für unseren Sieg war die gute Verteidigung, außerdem haben wir bei den Rebounds gut gearbeitet.“
34-mal schnappten sich die heimischen Baskets die zurückspringenden Bälle, den Bambergern gelang das 26-mal. Im Fokus standen dabei Oldenburgs Ruben Boumtje Boumtje und der Bamberger Elton Brown; die beiden rangelten unter den Körben diesseits und jenseits der Grenze des Erlaubten.
„In den entscheidenden Momenten haben wir unsere Chancen nicht genutzt“, bemängelte Gästetrainer Chris Fleming. „Dass wir nun mit 0:1 hinten liegen, ist aber keine Vorentscheidung. In der Viertelfinal-Serie gegen Göttingen war dies auch so – und wir haben noch mit 3:1 gewonnen.“
