OLDENBURG - Der Bonner Anhang jubelte, die Oldenburger Fans schauten ungläubig drein: Mit einer Heimniederlage sind die EWE Baskets Oldenburg in die Finalserie um die deutsche Basketball-Meisterschaft gestartet. Am Sonntagabend unterlag die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic den Baskets Bonn mit 72:74 (39:31). Im Heimspiel am Donnerstag (21 Uhr/Eurosport) können die Bonner in der Serie, in der drei Siege zum Titelgewinn nötig sind, mit 2:0 davonziehen.

Die Oldenburger hatten in den ersten beiden Vierteln kämpferisch überzeugt, nach dem Seitenwechsel waren die Bonner aber gedanklich und körperlich immer einen Schritt schneller. Bester Oldenburger Werfer war Je‘Kel Foster mit 17 Punkten, für Bonn traf Brandon Bowman (26) am besten.

Beim Singen der deutschen Nationalhymne vor der Partie hatten die Beteiligten noch viel Luft gespart – schließlich besitzen nur jeweils drei von elf Akteuren einen deutschen Pass. Dennoch war allen Spielern die Nervosität anzumerken: Fehlversuche und Fehlpässe kennzeichneten das erste Viertel. In diesem lagen die Oldenburger meist mit drei oder vier Punkten vorn.

Die 3148 Zuschauer in der ausverkauften EWE-Arena, vom Sponsor mit gelben T-Shirts ausgestattet, erlebten auch den Großteil des spannenden zweiten Viertels im Stehen. Die heimischen Baskets schafften es kaum, sich von den Gäste-Baskets abzusetzen. Erst in der 18. Minute schraubte Miladin Pekovic mit einem Drei-Punkte-Wurf die Führung erstmals auf zehn Punkte (34:24).

Mit einer Auszeit versuchte Krunic, den katastrophalen Lauf zu Beginn des dritten Viertels zu stoppen. Nach 23 Minuten führte Bonn erstmals, und die rund 300 mitgereisten Fans feierten lautstark. Probleme bereitete den Oldenburgern vor allem John Bowler. Der massige Amerikaner schob sich durch die Zone, wie er wollte, und holte sich sogar im Liegen einen Rebound.

Und die Gäste blieben meist einen Tick schneller, während die Oldenburger – insbesondere Foster und Rickey Paulding – ihre gewohnte Spritzigkeit vermissen ließen. Unter den Körben gab es jetzt kaum noch ein Durchkommen, und Jason Gardner wurde von seinem starken Gegenspieler Johannes Strasser mürbe verteidigt.

Elf Sekunden vor Schluss traf Paulding einen Drei-Punkte-Wurf und wurde obendrein noch gefoult – aus einem 68:72-Rückstand wurde so nach dem verwandelten Extra-Wurf der 72:72-Ausgleich. Im Gegenzug traf dann Bowman mit zwei Freiwürfen zum 74:72 für Bonn.

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