OLDENBURG - Die Fans der EWE Baskets Oldenburg sind loyal. Sie stehen hinter ihrer Mannschaft und unterstützen sie, wenn es eng wird. Bis es dazu kommt, dass sie fordern „Wir wollen euch kämpfen sehen“, muss schon viel passieren. Oder auch gar nichts, wie am Sonnabend gegen Tübingen. Bei der 68:87 (35:35)-Heimniederlage gegen die Tigers Tübingen waren die Fans deutlich hörbar mit ihrer Geduld am Ende. Zu enttäuscht waren sie von der neu formierten Mannschaft. Einige sogar so sehr, dass sie schon vorzeitig die Halle verließen.
In den vorangegangenen Heimspielen übertünchten die Siege des Tabellendritten, der sein zweites Spiel in Folge verlor, die schon da vorhandenen Mängel. Am Sonnabend waren diese mit Ausnahme des zweiten Viertels erneut allgegenwärtig. Und Tübingen erwies sich als ein guter Lehrmeister, der Trainer Predrag Krunic und seinen Spielern nachhaltig gezeigt haben dürfte, dass nur schön spielen zu wenig ist, um erfolgreich zu sein. Dazu gehören auch mannschaftliches Spiel und Kampfgeist. Vor allem diesen sprachen viele der 3117 Besucher in der nicht ausverkauften EWE-Arena den Baskets diesmal ab.
„Wir haben gekämpft“, widersprach Kapitän und Geburtstagskind Rickey Paulding (28), der aber zugab, dass gegen das gute Spiel der Gäste nichts zu bestellen gewesen sei. „Wir lernen uns noch kennen. Da ist es klar, dass noch nicht alles klappt“, versuchte er sich in Erklärungen.
Wie auch schon gegen Gießen verpatzten die Oldenburger erneut den Start. Nur Staunen rief bei ihnen das flüssige Kombinationsspiel der Tübinger hervor. Angetrieben von dem Ex-Oldenburger Branislav Ratkovica, der das Duell mit Nemanja Protic klar für sich entschied, spielten sich die Gäste durch die Defensive der Baskets wie das Messer durch weiche Butter. Nach dem 4:4 gerieten die Baskets 8:22 ins Hintertreffen (8.). Erst dann fanden sie besser ins Spiel. Krunic hatte gewechselt und durch Daniel Hain und Oliver Stevic – bester Oldenburger Werfer mit 17 Punkten – mehr Schwung und Aggressivität ins Spiel gebracht. Die Baskets hielten jetzt dagegen, kamen auf und glichen aus (28:28/17.). Es schien, als seien die Oldenburger, die am Dienstagabend (20 Uhr) TBB Trier erwarten, jetzt im Spiel angekommen.
Der Schein trog, denn der Start der Gäste in die zweite Hälfte (44:36/22.) durch erfolgreiche Distanzwürfe von Chris Oliver und Radovan Markovic traf die Oldenburger ins Mark. Verunsicherung machte sich breit. Das Selbstvertrauen, das im zweiten Abschnitt zurückgekehrt war, schwand erneut. Krunic schien so ratlos wie seine Spieler und wusste nicht, wie die entfesselt aufspielenden Gäste zu stoppen seien.
Zugegeben, die Tigers spielten auf hohem Niveau, trafen aus allen Lagen. Erleichtert wurde ihnen das Unterfangen allerdings durch eine miserable Defensive der Baskets. Selten aggressiv genug, oft zu langsam und vor allem nicht als Defensiv-Verbund agierten die Gastgeber – und aus Sicht der Fans vergaßen sie auch das Kämpfen...
