OLDENBURG - Als am 11. März vor Japan die Erde bebte, befand sich Don Beck gerade auf dem Weg zum Abschlusstraining. Gemeinsam mit seinem Team, den Toyota Alvark Tokio, war der ehemalige Coach der EWE Baskets Oldenburg schon vorzeitig zum Auswärtsspiel nach Nagoya in den Süden des Landes gereist. Dort, rund 250 Kilometer entfernt von Tokio, seiner Heimat in Japan, spürte der 57-Jährige wenig von dem schwersten Beben der Geschichte Japans, das die Stärke 9.0 auf der Richter-Skala erreichte.
In Nagoya hatte das Erdbeben nur eine Stärke von 4,9 auf der Richter-Skala. Wir haben danach normal trainiert, beschreibt Beck. Kurz darauf sei das Spiel aufgrund der Folgen des Bebens und des Tsunami aber abgesagt worden. Am Tag darauf ging es deshalb zurück nach Tokio. Dort war eigentlich alles soweit normal. Es gab lediglich Probleme, Lebensmittel wie Milch zu bekommen, sagt Beck. Als die Japanische Basketball-Liga dann das vorzeitige Ende der Saison bekannt gab, kehrte Beck zurück nach Oldenburg, wo seine Familie seit seiner Zeit bei den Baskets lebt.
Meine Rückkehr hatte weniger damit zu tun, dass ich Angst vor der Situation hatte. Es gab einfach keinen Grund mehr für mich, in Japan zu bleiben, nachdem alle Spiele abgesagt worden waren, erklärt er. Trotzdem gibt Beck zu: Ob des nicht absehbaren Ausmaßes der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima wäre es leichtsinnig gewesen, in Japan zu bleiben. Auch die US-amerikanischen Spieler, unter ihnen der ehemalige Bremerhavener Jeff Gibbs, flogen zurück in die Heimat.
Zu seinen japanischen Schützlingen, die in ihrer Heimat blieben, hält Beck über den Internet-Telefondienst Skype Kontakt. Regelmäßig erkundigt er sich nach ihren Familien. Außerdem verfolgt er täglich die Nachrichten, um stets auf dem Laufenden zu bleiben. Dabei fällt ihm die große Diskrepanz auf, mit der die internationalen Medien über die Katastrophe berichten: Die Situation ist ohne Frage sehr dramatisch. Allerdings ist sie nicht so dramatisch, wie es hier in Deutschland dargestellt wird. Das unvorstellbar starke Erdbeben hat eine Verkettung von Problemen ausgelöst, die nur schwer zu lösen sind. Die Helfer dort machen bisher einen sehr guten Job und werden die Situation bald unter Kontrolle haben, ist Beck sich sicher.
Becks Vertrag läuft noch ein Jahr. Trotz der Katastrophe möchte er auch in der kommenden Saison bei Toyota Alvark an der Seitenlinie stehen. Die Planungen mit der Vereinsführung laufen. Derzeit leider nur über Skype.
