OLDENBURG - Die Baskets starteten sehr schlecht in die Heimpartie. Bill Edwards erlitt eine schwerere Knieverletzung.

VON HEINZ ARNDT

UND OLIVER SCHULZ

OLDENBURG - Ein Lehrbeispiel, wie ein Mannschaftskapitän aufzutreten hat, bot Tyron McCoy von den EWE Baskets Oldenburg in der Partie gegen die Tigers Tübingen. Mit unbändigem Kampfgeist und seinen 18 ausschließlich in der zweiten Hälfte erzielten Punkten bog er fast allein das verloren geglaubte Heimspiel um. Schöner Nebeneffekt: Mit dem glücklichen 78:71 (29:38)-Erfolg vor 3104 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften EWE-Arena konnten die Oldenburger bei der gleichzeitigen Niederlage der Eisbären Bremerhaven gegen Braunschweig wieder auf den dritten Tabellenplatz vorrücken.

Die Baskets hatten sich nach ihren letzten beiden Bundesliga-Niederlagen einiges vorgenommen. Bedingt durch den Ausfall des zuletzt stark aufspielenden Desmond Penigar (Oberschenkelbeschwerden) und Paul Burke (Daumenverletzung) sowie die instabile Form einiger angeschlagener Spieler wollte es jedoch überhaupt nicht laufen. Ein durchdachtes Spiel kam nur selten zustande. Hinzu kamen zahlreiche „wilde Würfe“. Zudem zeigten sich die Schiedsrichter gerade in der ersten Halbzeit den Oldenburgern alles andere als wohlgesonnen.

Die vielen Schwächen der Gastgeber nutzten die Tübinger – taktisch klug eingestellt vom neuen Trainer Aaron McCarthy – konsequent und führten nach dem ersten Viertel verdient mit 22:12. Auch im zweiten Abschnitt änderte sich daran wenig, die Oldenburger fanden einfach nicht ins Spiel. Angeführt vom überragenden Tamian Trent (21 Punkte) nahmen die Tübinger das 38:29 mit in die Halbzeitpause. Noch schlimmer kam es im dritten Viertel. Mit sieben Punkten in Folge bauten die Gäste ihre Führung auf 45:29 (23.) aus.

Doch dann schlug die Stunde von Tyron McCoy. Der 33-jährige Amerikaner übernahm – wie gewohnt – die Verantwortung für sein Team und die Oldenburger Fans und sorgte für die Wende. Mit einer plötzlich funktionierenden Defensive und konzentriert geführten Angriffsaktionen wurde binnen sechs Minuten mit einem 18:0-Lauf die viel umjubelte 47:45-Führung erkämpft. Kurz fanden die konditionell abbauenden Gäste ins Spiel zurück und erkämpften sich am Ende des dritten Viertels eine knappe Führung (55:53).

Im Schlussabschnitt waren die EWE Baskets nicht zu stoppen. Mit elf Punkten trug vor allem der unermüdliche Tyron McCoy zum Erfolg bei – in der ersten Halbzeit war ihm kein Treffer gelungen.

Tübingens Trainer McCarthy war traurig über die verpasste Chance: „Ich konnte nur auf sechs Spieler bauen. Da war klar, dass uns am Ende die Puste ausgeht. Dafür ist Oldenburg einfach zu gut besetzt.“ Derweil wollte sich Baskets-Coach Don Beck nicht allzu lange mit dem Spiel aufhalten. „Ich bin sehr enttäuscht, wie wir die Partie begonnen haben. Mit der Energie der Tübinger hatten wir große Schwierigkeiten, doch dann klappte es bei uns besser. Ärgerlich ist, dass uns in den nächsten Spielen zwei oder drei Spieler verletzungsbedingt fehlen werden“, sagte Beck. So zog sich der am Sonnabend enttäuschende Bill Edwards eine wohl schwerere Knieverletzung zu. Daniel Strauch erlitt zudem einen Bluterguss.