OLDENBURG - Schwächeln die EWE Baskets Oldenburg in der Endphase der Bundesligasaison oder taktieren sie, um in der ersten Runde der Playoffs Quakenbrück oder Bamberg aus dem Weg zu gehen? Diese Frage stellten sich nach der 60:77-Niederlage im Spitzenspiel gegen MEG Göttingen am Mittwochabend viele der Oldenburger Fans unter den 3148 Zuschauern in der EWE-Arena. „Wir taktieren nicht“, weist Oldenburgs Coach Predrag Krunic Gedanken, „auf Platz zu spielen“, in den Bereich der Fabel.
Konzentration fehlt
Warum laufen die Oldenburger nach der dritten Niederlage in Folge zurzeit Gefahr, ihre bislang gute Saison zu trüben? Gegen Göttingen wurde es deutlich: Nach 51 Pflichtspielen befindet sich die Mannschaft mental und physisch in einem Tal. Nur phasenweise können Jason Gardner und Co. die Konzentration und die Kraft aufbringen, um ihr Spiel durchzuziehen. Gegen Göttingen war dies im zweiten und in Teilen des dritten Viertels so, als die Baskets sich erfolgreich der aggressiven Gästedefensive erwehren und sich einen Vorsprung herausholen konnten.
Im Februar, als die Mannschaft auf hohem Niveau spielte, hätte sie die nachfolgende Phase, als die Unparteiischen zweifelhafte Entscheidungen trafen, locker verkraftet. Jetzt kann sie es nicht: Unzufriedenheit macht sich breit, die Konzentration auf das Wesentliche geht verloren. Ballverluste (18!), noch mehr technische Fehler und noch mehr Fehlwürfe folgten gegen Göttingen. Ganze sechs Punkte im letzten Viertel verdeutlichten das Manko.
Vorteile nicht genutzt
Auch in anderen Bereichen hatten die Baskets gravierende Schwächen: Ruben Boumtje Boumtje und Marko Scekic verstanden es unter dem Korb nicht, ihre Größenvorteile gegenüber den Gästen auszuspielen – Göttingens Jason Boone, Chris Oliver und Clif Brown erzielten allein 50 Punkte. Mehr noch: Sie schnappten sich 29 Rebounds, die Oldenburger Center 5 (!). Auch in der Summe (39:30) lagen die Gäste noch vorne.
„Wir haben zurzeit eine schwierige Phase“, weiß Krunic. Einige Oldenburger sind momentan von Verletzungen geplagt, die sich nachhaltig auf die Leistung der gesamten Mannschaft auswirken und unter denen die Vorbereitungen der vergangenen Wochen sehr gelitten haben: Jason Gardner sucht nach seiner Rückenverletzung wieder den Anschluss, Jasmin Perkovic plagt sich mit Fußproblemen herum und Milan Majstorovic zwickt es heftig in der Wade. Alles Gründe, warum es zurzeit nicht so gut läuft.
„Ich bin zuversichtlich, dass wir zu den Playoffs zu alter Stärke zurückgefunden haben“, gibt sich Krunic vor den am 17. Mai beginnenden Spielen um den Titel kämpferisch und optimistisch.
