OLDENBURG - Der Dreier des starken Philipp Schwethelm zur 64:57-Führung der Eisbären Bremerhaven traf Fans und Spieler der EWE Baskets Oldenburg mitten ins Herz. Da hatten sich die Baskets in dem packenden Spiel der Basketball-Bundesliga vor den 3148 Zuschauern bis auf vier Punkte an die Eisbären herangekämpft, als der Nationalspieler für Ernüchterung sorgte. Die Baskets verloren ihre Linie. Dagegen agierten die Gäste bis in die Endphase selbstbewusst. Am Ende standen die Baskets bei der 71:83 (39:44)-Niederlage mit leeren Händen da. Sie hatten die Chance vergeben, sich ein Polster im Kampf um die Playoff-Teilnahme zu schaffen. Das Gute an der Pleite: Da die Baskets das Hinspiel 87:74 für sich entschieden hatten, würde bei Punktgleichheit der direkte Vergleich für sie sprechen.

Zufrieden dürften die Oldenburger Fans und Baskets-Trainer Predrag Krunic nur mit den Vierteln zwei und drei gewesen sein: Nach dem 20:27-Rückstand zum Ende des ersten Viertels verteidigten sie in diesen Abschnitten besser. Außerdem ließen sie den Ball gut laufen und waren leichtfüßiger. Mit dem schnellen und direkten Spiel war ein probates Mittel gefunden worden, um die weitgehend mit einer Zonenverteidigung agierenden Gäste in Bedrängnis zu bringen. Nach 19 Minuten hatten sie den Rückstand auf drei Punkte (39:42) verkürzt. Unmittelbar nach der Halbzeitpause waren sie sogar in Führung gegangen, als die Gäste eine Schwächephase hatten. „Gut, dass Oldenburg diese Chance nicht nutzen konnte“, meinte Gästetrainer Douglas Spradley. So lagen die Baskets beim 54:53 (28.) zum letzten Mal in Führung.

Zum einen, weil sie dieses Niveau nicht mehr länger halten konnten. Zum anderen, weil Jamison Brewer und Terrell Everett, die Aufbauspieler der Gäste, deutlich besser als ihre Oldenburger Pendants Eddie Gill und Louis Campbell agierten. Sie lenkten das Spiel der Gäste und fanden immer Wege und Mittel, die wieder schwächer werdende Oldenburger Defensive zu überwinden. Und als die Oldenburger in der Offensive nicht mehr kombinierten, sondern vermehrt über – meist erfolglose – Distanzwürfe den Erfolg suchten, waren die Verhältnisse ähnlich denen im ersten Viertel: Die engagierten Gäste bestimmten das Geschehen, nutzten ihre Chancen gegen eine löchrige Baskets-Abwehr besser und traten mannschaftlich geschlossener auf. Am Ende stand der verdiente Sieg.