Oldenburg - Es waren zwei Minuten im zweiten Viertel gespielt, als die mit 6000 Zuschauern ausverkaufte große EWE-Arena Kopf stand. Frantz Massenat hatte gerade den Ball in der eigenen Hälfte gesichert und schnell auf den an der Dreierlinie lauernden Philipp Schwethelm gepasst. Dieser Pass war allerdings selbst für Schwethelm eine Etage zu hoch und Oldenburgs Flügelspieler konnte den Ball nur mit vollem Körpereinsatz im Spiel halten. Im Rückwärtsfallen passte Schwethelm den Ball zurück auf Massenat, der sah den freistehenden Vojdan Stojanovski, der per Dreier zum 34:23 traf. Die Fans der EWE Baskets Oldenburg hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen. Am Ende hatten die Zuschauer noch mehr Grund zum Jubeln, denn die Baskets gewannen ihr Heimspiel gegen die Gießen 46ers deutlich mit 117:85 (59:43).
Mit dem Heimsieg gegen die Hessen revanchierte sich das Team von Trainer Mladen Drijencic nicht nur für die Hinspielniederlage (88:97), sondern festigte außerdem seinen zweiten Tabellenplatz vor Alba Berlin. „Ich bin begeistert“, sagte der Baskets-Coach nach dem Spiel. „Wir haben gut den Ball bewegt und viele offene Dreier gefunden und verwandelt.“
Es war das erwartete Offensivspektakel. Von Beginn waren die Oldenburger hellwach und führten nach drei Minuten bereits mit 13:6. Besonders der überragende Will Cummings (30 Punkte), Kapitän Rickey Paulding (16) und Massenat (20) setzten im ersten Viertel die Akzente. Gießen hatte zunächst Probleme ins Spiel zu finden. Immer wieder gaben sie den Oldenburgern den nötigen Raum, um sich zu entfalten. Nicht umsonst zählt das Team von Trainer Ingo Freyer in der Defensive zu den schwächsten Teams der Basketeball-Bundesliga. Dennoch gingen die Baskets mit einer knappen Führung ins zweite Viertel (24:23).
Doch im zweiten Abschnitt übernahmen die Oldenburger die Kontrolle. Nur John Bryant, der zu den besten Centern der Liga gehört, stemmte sich gegen die Niederlage. Der Deutsch-Amerikaner stellte die Oldenburger Verteidigung immer wieder vor Probleme und kam am Ende auf 23 Zähler. Aber auch seine Punkte konnten den Oldenburger Heimsieg nicht verhindern. Denn die sonst so starke Offensive der Hessen kam in der Folge nicht mehr ins Rollen. „Wir haben den Großteil des Spiels eine gute Verteidigung gespielt“, lobte der Baskets-Coach sein Team. Rasid Mahalbasic legte indes sein nächstes Triple Double mit zehn Punkten, zehn Rebounds und elf Assists hin. Etwas für „die Geschichtsbücher“, wie Drijenic meinte. Zur Halbzeit hatten sich die Baskets schließlich eine komfortable Führung herausgespielt (59:43).
In den folgenden beiden Vierteln dominierte das Team von Drijencic die Gießener nach Belieben. Anfang des dritten Abschnittes führten die Oldenburger sogar mit 20 Punkten. Der Baskets-Coach rotierte in der Folge im Schlussviertel viel und schonte seine Startformation. Und so kamen mit Till Isemann, Marko Bacak, Marcel Keßen und Haris Hujic Spieler aus der dritten und vierten Reihe zu ihren Einsatzzeiten. Die Baskets-Fans feierten indes sich und ihre Mannschaft - die Welle zog mehrmals ihre Bahnen durch die große Arena.
