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NWZonline.de Sport Basketball EWE Baskets

Er hat mehr als nur Basketball im Kopf

14.03.2019

Oldenburg Das Cafè im Horst-Janssen-Museum in Oldenburg ist gemeinhin nicht die erste Adresse, um ein Interview mit einem Basketball-Profi zu führen. Im Fall von Justin Sears von den EWE Baskets jedoch hätte es keinen geeigneteren Treffpunkt geben können.

„Es ist cool, wieder an diesem Ort zu sein“, sagt der US-Amerikaner, als er am Mittwochnachmittag das Foyer des nach dem berühmten Oldenburger Künstler (1929-1995) benannten Museums betritt. Bei seinem ersten Besuch im Dezember 2016 spielte Sears für die Gießen 46ers, am Abend stand die Bundesliga-Partie in der großen EWE-Arena auf dem Programm. „Unser Mannschaftshotel war hier in der Nähe und wir hatten ein wenig Freizeit“, erinnert sich Sears. Und so schlenderte der 25-Jährige durch die Gegend, hielt vor dem Eingang des Horst-Janssen-Museums, blickte auf die Uhr und entschloss sich kurzerhand, hineinzugehen. Eine Entscheidung mit Folgen.

Raus aus Komfortzone

„Ich war von der Ausstellung so fasziniert, dass ich die Zeit total vergessen habe. Plötzlich klingelte mein Telefon und ein Team-Betreuer fragte, wo ich stecke – wir hatten gerade Mannschaftsbesprechung“, erzählt Sears. Er lacht dabei herzhaft, denn die Sache ging gut für ihn aus. Gießens damaliger Trainer Denis Wucherer war zwar verärgert, stellte Sears aber für die Partie am Abend auf – und dieser sicherte dem Außenseiter mit einem Block kurz vor Schluss den 84:82-Erfolg in Oldenburg. „Danach hatte mir der Trainer verziehen“, blickt Sears grinsend zurück.

Ein derartiger Fauxpas ist ihm bis heute nicht wieder passiert. Seiner Devise, auf Auswärtsreisen ein Stück Kultur der jeweiligen Stadt zu erkunden, ist er aber treu geblieben. „Ich will so viel aufsaugen wie es geht“, sagt Sears und ergänzt: „Man lebt als Basketballer in einer Komfortzone – ich versuche, mich immer wieder daraus zu befreien und mich herauszufordern.“

Auch er spiele in seiner Freizeit hin und wieder Videospiele und und schaue Serien, „aber ich bin kein Typ, der nur in der Wohnung rumhängt“, betont Sears und nimmt einen Schluck von der heißen Schokolade, die er sich zu Beginn des Gesprächs bestellt hat. Dann zieht er einen E-Reader aus der Tasche seines Baskets-Sweatshirts. „Den habe ich immer bei mir“, erzählt er. Sein letztes Buch sei die Biografie von Michelle Obama gewesen. „Ich bin so ein bisschen der Nerd in der Mannschaft“, sagt er und lacht.

Grünkohl probiert

Sears hat einen Abschluss in Politikwissenschaften. Den hat er nicht irgendwo gemacht, sondern an einer der renommiertesten Hochschulen der Welt – der Yale-Universität in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut. „Yale ist sehr international. Da habe ich viele Menschen mit den verschiedensten Hintergründen kennengelernt. Das hat mich geprägt“, erklärt der Sohn einer Engländerin seinen neugierigen Blick auf die Welt, der sich auch in dem Mut zu kulinarischen Experimenten ausdrückt. So habe er beim Neujahrsempfang der Baskets im Januar das erste Mal Grünkohl probiert – und war begeistert: „Es war sehr lecker.“

Wenn es mit dem professionellen Basketball vorbei ist, das steht für den Absolventen der Elite-Uni fest, will er in der Wirtschaft arbeiten. Doch das ist noch weit weg, für Sears geht es aktuell darum, seine Karriere als Basketballer wieder in Schwung zu bringen. Diese war vor fast einem Jahr von einer schweren Verletzung unterbrochen worden. Sears hatte eine starke Saison bei den Riesen Ludwigsburg gespielt, als er sich am letzten Hauptrunden-Spieltag gegen Tübingen einen Kreuzbandriss im rechten Knie zuzog.

Schwere Verletzung

Ende November 2018 verpflichteten ihn dann die Baskets, wo er sein in den USA begonnnes Aufbautraining fortsetzte. Nach quälend langen und einsamen Monaten in der Reha ist Sears nun endlich wieder im Mannschaftstraining – und heiß auf eine Rückkehr aufs Bundesliga-Parkett. „Ich bin bereit, ich fühle mich gut“, sagt der als Center und Power Forward einsetzbare Akteur, für den die Spielberechtigung seit dem bestandenen Medizincheck Mitte Februar vorliegt.

Sears ist der siebte Ausländer im Kader, erlaubt sind sechs. Trainer Mladen Drijencic müsste also einen ausländischen Spieler herausnehmen, um der Nachverpflichtung sein Debüt für die Baskets zu ermöglich. „Es ist nicht einfach für den Coach. Die Mannschaft spielt richtig gut, ist in einem super Rhythmus“, zeigt er Verständnis für seine Rolle im Wartestand.

An diesem Samstag (20.30 Uhr/große Arena) treffen die Oldenburger auf Ludwigsburg, den Ex-Club des 2,03 Meter großen Athleten. „Es wäre natürlich eine tolle Sache, gegen Ludwigsburg zurückzukehren“, sagt er: „Aber wenn nicht, ist es auch okay.“ Spätestens in den Playoffs will er zum ersten Mal für die Baskets auflaufen – auch, um sich für einen neuen Vertrag zu empfehlen. „Die Organisation ist perfekt, der Trainer ist großartig, die Teamkollegen super. Ich kann mir vorstellen, hier zu bleiben“, sagt er.

Dann würde er sicher noch einmal im Horst-Janssen-Museum vorbeischauen. Am Mittwochnachmittag verzichtete er auf einen Blick in die aktuelle Ausstellung – schließlich stand am Abend noch ein Training an.

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Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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