Oldenburg - Mit großer Vorfreude und breiter Brust blicken die EWE Baskets Oldenburg dem Saisonstart in der Basketball-Bundesliga entgegen. „Wir sehen uns nicht mehr als Außenseiter“, sagte Geschäftsführer Hermann Schüller vor dem Auftaktspiel an diesem Samstag (18 Uhr) bei der BG Göttingen.
Die Vizemeisterschaft in der Vorsaison, die erstklassigen Rahmenbedingungen mit der 6000 Zuschauer fassenden großen EWE-Arena, der Trainingshalle und dem neuen Club-Center – all das hat bei den Oldenburgern für ein neues Selbstverständnis gesorgt. „Wir haben jetzt ein anderes Selbstbewusstsein. Wir werden anders wahrgenommen“, meinte Schüller.
Finanziell liegen die Baskets nach wie vor weit hinter den Branchenriesen Brose Bamberg und Bayern München, die auch für Oldenburgs Trainer Mladen Drijencic die Meisterschaftsfavoriten sind. Aber: „Ganz Deutschland würde sich über eine Überraschung freuen“, so Drijencic.
In der vergangenen Saison hatten die Baskets in der Hauptrunde viele Probleme und mussten bis zum Schluss um den Einzug in die Playoffs zittern, in denen sie dann groß auftrumpften und erst im Finale vom Serienmeister Bamberg gestoppt wurden. „Diesmal wollen wir die Playoffs frühzeitig klarmachen“, sagte Nationalspieler Karsten Tadda.
Der aus Ulm geholte Defensivspezialist und EM-Teilnehmer zählt zu den hochkarätigsten Zugängen der Oldenburger. Viel versprechen sich die Verantwortlichen auch vom österreichischen Center Rasid Mahalbasic (kam aus Sevilla) und dem US-Point-Guard Mickey McConnell (Obradoiro/ebenfalls Spanien). Sie sollen die langjährigen Leistungsträger Brian Qvale und Chris Kramer ersetzen, die der Club ziehen lassen musste.
Mit der Teilnahme an der Champions League warten ab Mitte Oktober viele Partien auf das Drijencic-Team. Durch die Verpflichtungen von Bryon Allen (Nymburk/Tschechien), Brad Loesing (Ludwigsburg), Isaiah Philmore (Tübingen) und Christian Jones (US-College) erhoffen sich die Oldenburger mehr Tiefe im Kader.
Aus dem Vizemeister-Team der Vorsaison blieben in Kapitän Rickey Paulding, Philipp Schwethelm, Frantz Massenat und Maxime De Zeeuw nur vier Akteure übrig. „Zuletzt hatten wir sieben Top-Spieler, danach flachte es ab. Das wird es nicht mehr geben“, sagte Schüller und ergänzte: „Wir haben uns auf nahezu allen Positionen deutlich verstärkt.“
Auch ohne die verletzten Philmore und Massenat hinterließ das runderneuerte Baskets-Team in der Vorbereitung einen starken Eindruck, alle neun Testspiele wurden gewonnen. „Diese Siege haben immer nur eine begrenzte Aussagekraft. Aber sie geben uns ein gutes Gefühl“, sagte Trainer Drijencic, der mit seiner Mannschaft diesmal einen besseren Saisonstart als im Vorjahr hinlegen will.
Das Auftaktprogramm scheint machbar: Auf die Partie in Göttingen mit den Ex-Oldenburgern Dominic Lockhart und Dennis Kramer folgt das Spiel beim Aufsteiger Rockets Gotha (Dienstag, 3. Oktober/20.30 Uhr). Danach geht es am Sonntag, 8. Oktober im ersten Heimspiel gegen Science City Jena (15 Uhr).
