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NWZonline.de Sport Basketball EWE Baskets

Eisbären sitzen auf unsicherer Scholle

14.05.2019

Oldenburg /Bremerhaven Nach dem Abstieg aus der Basketball-Bundesliga ist die Zukunft der Eisbären Bremerhaven noch ungewiss. Geschäftsführer Wolfgang Grube erklärte, er wolle in den nächsten Tagen Gespräche mit den Sponsoren über ein weiteres Engagement führen. Dass das Team im Unterhaus weitermacht, ist trotz einer mit Auflagen beziehungsweise unter Bedingungen erteilten Zweitliga-Lizenz also noch nicht sicher. Für den Fall des sportlichen Klassenerhalts war den Bremerhavenern in der vergangenen Woche vom Ligaverband BBL mit Blick auf ein angeblich unzureichendes Eigenkapital eine Erstliga-Lizenz verwehrt worden.

Aus dieser Gemengelage heraus erhob Grube auch noch schwere Vorwürfe gegen die EWE Baskets Oldenburg. „Das ist eine Sauerei. So etwas hätte ich von einem deutschen Bundesligaclub nicht erwartet“, schimpfte er gegenüber Radio Bremen über die Oldenburger.

Die bereits für die Playoffs qualifizierten Baskets hatten am Sonntagabend am letzten Hauptrunden-Spieltag ihre Partie beim Abstiegskandidaten Merlins Crailsheim mit 87:99 verloren. Da die Bremerhavener gleichzeitig mit 87:90 in Weißenfels verloren, steigen nun die Eisbären und nicht die Crailsheimer ab. Bei einem Oldenburger Sieg wären die Bremerhavener auch bei einer eigenen Niederlage in der Bundesliga geblieben. Dort hatten sie seit dem 2005 geschafften Aufstieg 14 Jahre lang gespielt. In den Spielzeiten 2005/06 (als Aufsteiger) und 2009/10 waren die Eisbären jeweils bis ins Playoff-Halbfinale vorgedrungen.

Baskets-Trainer Mladen Drijencic hatte gegen Crailsheim auf Spielmacher Will Cummings verzichtet, um ihn für die am nächsten Wochenende beginnenden Playoffs zu schonen. So erhielten andere Akteure mehr Einsatzzeit als sonst. Und genau das machte Grube wütend. Er sprach von „Wettbewerbsverzerrung“.

Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller konnte die Kritik an den Oldenburgern nicht nachvollziehen. „Jemand, der auf sportliche Weise den Klassenerhalt nicht geschafft hat, sollte dafür nicht die Schuld bei anderen suchen“, sagte er gegenüber der NWZ. In einer zusätzlich verbreiteten Erklärung der Baskets hieß es von Schüller: „Solche Statements sind eines Erstligisten unwürdig und zudem in der Sache bodenlos und unverschämt.“

In den sozialen Netzwerken gab es nur sehr vereinzelt Unterstützung für Grube. Die überwiegende Mehrheit lehnte seine Sichtweise ab und kritisierte ihn für seine Worte. „Wie peinlich ist das jetzt bitte, Oldenburg dafür die Schuld zu geben, wenn man es eigentlich in der eigenen Hand hatte, den Abstieg zu vermeiden?“, schrieb ein Nutzer auf der Facebook-Seite der Eisbären.

Übel stieß vielen Nutzern auch die Pressemitteilung der Eisbären von Sonntagabend auf. Darin war von einer „blamablen sowie wettbewerbsverzerrenden Vorstellung“ der Oldenburger die Rede. Die Baskets hätten „auf Jugendspieler wie Hujic oder auch den Sohn des Trainers Drijencic gesetzt“, hieß es in dieser offiziellen Mittelung der Bremerhavener. In der Tat kamen Haris Hujic und Robert Drijencic, Sohn von Trainer Mladen Drijencic, zum Einsatz. Hujic ist mit 22 Jahren allerdings kein „Jugendspieler“, zudem war er in dieser Saison schon in 20 anderen Partien eingesetzt worden. Für den 23-jährigen Robert Drijencic war es der fünfte Einsatz in dieser Saison. Grube hatte irrtümlich gegenüber Radio Bremen behauptet, Drijencic habe in dieser Saison noch gar nicht gespielt.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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