Oldenburg/Crailsheim - Das kleine Crailsheim an der Tabellenspitze, vor allen Schwergewichten im deutschen Basketball. Ein solches Bild muss für die Nachwelt festgehalten werden, so lange es noch geht. „Ich habe einen Screenshot gemacht. Wir werden das irgendwo einrahmen“, sagt Martin Romig, Geschäftsführer der Merlins Crailsheim. Wenige Monate nach dem Klassenerhalt auf den letzten Drücker – Gegner damals beim 99:87-Erfolg am 34. Spieltag waren die EWE Baskets Oldenburg – grüßt der Außenseiter in der Bundesliga plötzlich nach einem zauberhaften Start von ganz oben.
Und genau diese Baskets sind an diesem Samstag (20.30 Uhr) erneut zu Gast – bereits zum zweiten Mal in dieser Spielzeit. Denn am 29. September trafen die Teams in der ersten Runde des Pokalwettbewerbs aufeinander. Vor fast einem Monat setzte sich die Mannschaft von Baskets-Trainer Mladen Drijencic souverän mit 86:75 durch. Folgt nun die Revanche?
„Momentan würde ich nicht dagegensetzen“, sagt Romig: „Der Flow ist da, es läuft. Da kann viel passieren.“ Die Crailsheimer seien dennoch klar der Außenseiter, „Oldenburg hat den vierfachen Etat von uns.“
Seit der Niederlage im Pokal gegen die Baskets verläuft die Saison beider Teams unterschiedlich. „Wir wissen, es ist eine Momentaufnahme“, sagt der Macher. Denn der magische Start mit fünf Siegen aus fünf Spielen war so kaum vorherzusehen. „Wir hatten aber schon in den ersten Trainingswochen ein verdammt gutes Gefühl, was die Chemie, was die Kommunikation anbelangt. Man hat gemerkt, dass da was Besonderes schlummert“, erklärt Geschäftsführer Romig.
Die Baskets hingegen haben bereits zwei Niederlagen in der Liga kassiert. Gegen Bayern München (83:90) und zuletzt gegen die Gießen 46ers (68:83) zogen die Oldenburger den Kürzeren. Allerdings sind sie neben dem Ligabetrieb auch im Eurocup gefordert. Mit der Nachverpflichtung von Aufbauspieler Tyler Larson haben die Baskets auf diese Doppelbelastung schon früh in der Saison reagiert.
Bislang haben die Crailsheimer, die in der Arena Hohenlohe in Ilshofen außerhalb der Stadtgrenzen spielen, noch kein Schwergewicht herausgefordert. Es gab Erfolge über Gießen, Bayreuth, Bonn, Göttingen und den Mitteldeutschen BC, doch auch die wollen erst geschlagen sein. Romig findet das „sensationell. Das beruhigt auch ein bisschen, wir sind abstiegskampferprobt.“
Crailsheim schaut vorerst nach unten, erst wenn der Klassenerhalt rechnerisch gepackt ist, könne man sich „neu positionieren. Für uns ist es schon ein Erfolg, in der Bundesliga anzutreten. Da bleiben wir auf dem Boden“, meint Romig. Von den Playoffs spricht er nicht, „wer uns verfolgt hat weiß, dass wir Meister des Understatements sind.“
Die Playoffs fest im Blick haben gleichwohl die Baskets. Durch den Erfolg im Eurocup gegen Podgorica (85:83) hat das Drijencic-Team nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Gießen neues Selbstvertrauen getankt. Dieses sollten sie jetzt in Crailsheim tunlichst auf das Parkett bringen.
