Navigation überspringen
nordwest-zeitung
ePaper Newsletter App Jobs Immo Trauer Shop

Derby Gegen Rasta Vechta Stichelei des Nachbarn lässt Baskets kalt


Sehen sich am Samstag wieder: Im Hinspiel waren die Baskets Oldenburg um Nathan Boothe (gelbes Trikot) gegen Rasta Vechta und Austin Hollins obenauf. Die Oldenburger gewannen Mitte November in eigener Halle mit 81:62. 
Martin Remmers

Sehen sich am Samstag wieder: Im Hinspiel waren die Baskets Oldenburg um Nathan Boothe (gelbes Trikot) gegen Rasta Vechta und Austin Hollins obenauf. Die Oldenburger gewannen Mitte November in eigener Halle mit 81:62.

Martin Remmers

Oldenburg - Max DiLeo hatte die erneute Offensiv-Gala der EWE Baskets gerade aus nächster Nähe gesehen, sonderlich beeindruckt wirkte der Basketball-Profi von Rasta Vechta nach Oldenburgs 109:95-Erfolg gegen die Baskets Bonn allerdings nicht. „Mal abwarten, ob es für sie bei uns auch so läuft“, sagte der 26-Jährige und begann damit am späten Mittwochabend schon einmal mit der Stichelei vor dem brisanten Nordwest-Derby zwischen dem Tabellendritten Vechta und dem Zweiten Oldenburg an diesem Samstag (18 Uhr) im Rasta-Dome.

Wenig Zeit

DiLeo hatte die Partie zwischen den Baskets und Bonn neben seinen Teamkollegen Josh Young und TJ Bray von der Tribüne der großen EWE-Arena verfolgt, in der Pressezone unten am Spielfeldrand sah derweil Rastas Trainer Pedro Calles beim kommenden Gegner ganz genau hin. Dass sich die spielfreien Vechtaer entspannt zurücklehnen konnten, während sich seine Mannschaft wochentags gegen unbequeme Bonner abmühte, schmeckte Mladen Drijencic überhaupt nicht.

„Es müssten für beide Mannschaften die gleichen Voraussetzungen herrschen – gerade in der Saison-Endphase, wenn es in den direkten Duellen um die Playoffs geht. Es ist ein Problem, dass die Liga dies nicht hinbekommt“, meckerte der Baskets-Trainer über den zerstückelten Bundesliga-Spielplan. „Aber jetzt müssen wir uns schnell regenerieren, damit wir am Samstag fit sind. Ich bin sicher, dass uns der Sieg zusätzliche Energie geben wird“, fügte Drijencic an.

Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit verwunderte es nicht, dass es Philipp Schwethelm eilig hatte, nach Hause zu kommen. „Es wird Zeit fürs Bett“, sagte der Baskets-Profi eine knappe halbe Stunde nach Spielende. Entsprechend kurz hielt er sich in der Beurteilung des erst durch ein furioses Schlussviertel sichergestellten Erfolgs. „Es war wichtig, dass wir das Spiel noch gewonnen und auf unserem Weg nicht unnötig zwei Punkte liegen gelassen haben“, sagte der 29-Jährige, dessen Team hart für den achten Sieg in Folge arbeiten musste.

Zur Halbzeitpause (52:52) und nach Viertel Nummer drei (76:76) hatte es noch unentschieden gestanden, ehe die Baskets die Rheinländer im finalen Abschnitt doch noch überrollten. „Die Oldenburger können dem Gegner auf vielen Wegen weh tun“, zog Bonns Anthony DiLeo – Bruder von Vechtas Max – den Hut vor der auf Hochtouren laufenden Angriffs-Maschinerie der Baskets, aus der wieder einmal Will Cummings (33 Punkte) und Rasid Mahalbasic (28) herausragten.

So gut sich das Oldenburger Offensiv-Spiel auch ansehen ließ, fehlte in der Verteidigung ohne den weiter an einer Hüftverletzung laborierenden Karsten Tadda lange Zeit der nötige Biss, was im zweiten Viertel einen in dieser Heftigkeit seltenen Wutausbruch von Drijencic auslöste. „Verdammte Scheiße“, brüllte der Coach in einer Auszeit und knallte seine Taktiktafel auf den Boden. In der Halbzeitpause wiederholte Drijencic seine Forderung nach mehr Engagement in der Defensive – und wurde von seinen Spielern erhört. „Die Jungs sind mit mehr Emotionen in die zweite Hälfte gegangen“, sagte der Trainer.

Kühler Kopf nötig

In der hektischen und von vielen umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns um Toni Rodriguez geprägten Schlussphase gingen mit Rickey Paulding jedoch die Emotionen durch. Nachdem der 36-Jährige für ein Ringeinlage mit Yorman Polas Bartolo sein fünftes Foul kassierte hatte, konnte der sonst stets besonnene Kapitän von Drijencic und Nathan Boote nur mit Mühe daran gehindert werden, auf den Referee loszustürmen. „Bei Rickey hatte sich wegen einiger Entscheidungen Frust angestaut. Er fühlte sich ungerecht behandelt“, nahm Drijencic seinen Führungsspieler in Schutz, sagte aber auch: „Trotzdem muss er da seine Emotionen besser im Griff haben.“

Einen kühlen Kopf werden die Baskets am Samstag benötigen. Oldenburg erwartet im ausverkauften Rasta-Dome nicht nur eine hitzige Atmosphäre, sondern auch eine hochmotivierte Vechtaer Mannschaft, die im Hinspiel in Oldenburg ihre höchste Saisonniederlage (62:81) kassierte. „Wir wollen gegen kein Team zweimal in einer Saison verlieren. Wir sind bereit“, meinte Max DiLeo.

„Vechta hat mehrfach bewiesen, dass es ein Top-Team ist. Es wird nicht leicht“, sagte Baskets-Center Mahalbasic, der die kleine Spitze von Rastas DiLeo nicht kommentieren wollte. Der besondere Stellenwert der Partie ist dem Österreicher aber bewusst: „Für unsere Fans ist das Derby sehr wichtig. Wir werden versuchen, sie glücklich zu machen.“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion

Neuer Ostfriesland-Krimi von Klaus-Peter Wolf Krieg gegen die Polizei: Die Gier kommt mit einem großen Knall

Lasse Deppe Ostfriesland

In eigener Sache Mobiler, schneller, übersichtlicher – Willkommen auf dem neuen NWZonline-Auftritt

Max Holscher Im Nordwesten

Eishockey-Regionalligist ECW Sande Heimpartie wird zu emotionalem Abschiedsspiel

Henning Busch Sande

Drittligist gegen Zweitgligist VfB Oldenburg fordert FC St. Pauli zum Testspiel

Niklas Benter Oldenburg
Kommentar

NWZ-Kolumne „An der Leine“ Daniela Behrens: noch eine Tempo-Ministerin

Auch interessant