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NWZonline.de Sport Basketball EWE Baskets

Baskets ziehen Rasta den Stecker

19.11.2018

Oldenburg Plötzlich war richtig Leben in der Bude. Als Thomas Joseph Bray die Basketballer von Rasta Vechta am Samstagabend in der 27. Minute des Spiels bei den EWE Baskets Oldenburg auf zwölf Zähler herangebracht hatte, machte sich Derby-Stimmung in der großen EWE-Arena breit. Die Vechtaer Anhänger witterten die nächste Sensation und forderten mit ihren lautstarken Gesängen das Oldenburger Publikum heraus, das sich angesichts des zuvor eindeutigen Spielverlaufs ein wenig zurückgelehnt hatte.

Kurz darauf hatten sich die Gemüter in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Halle aber wieder beruhigt. Die Baskets fanden rechtzeitig den Weg aus ihrem Loch, in das sie nach der Halbzeitpause gefallen waren, setzten sich erneut ab und zogen Rasta so endgültig den Stecker. Am Ende stand auf der Anzeigetafel ein souveräner und standesgemäßer 81:62 (53:30)-Heimerfolg des Favoriten, der den zuvor viermal in Folge siegreichen Nachbarn damit auf den Boden der Tatsachen holte. Nathan Boothe (16 Punkte), Rasid Mahalbasic (15), Vojdan Stojanovski (15) und Frantz Massenat (14) erzielten die meisten Punkte für die Oldenburger, die nach zwei Niederlagen in die Erfolgsspur zurückkehrten. „Wir sind wieder da“, meinte Mahalbasic. Bei Rasta waren Bray (14) und Maximilian Di Leo (12) die erfolgreichsten Schützen.

Im Grunde genommen hatten sich die Hoffnungen des Aufsteigers, den Oldenburgern ein Bein stellen zu können, schon nach dem ersten Viertel erledigt. Da führten die Baskets bereits mit 32:11, ihr Trainer Mladen Drijencic sprach hinterher von „perfekten“ zehn Minuten seiner Mannschaft. „Wir haben unseren Platz sehr gut umgesetzt, super verteidigt und vorn den Ball schön laufen lassen“, beschrieb Karsten Tadda die Anfangsphase, in welcher die Hausherren den überforderten Außenseiter förmlich überrannten. „Wir haben Vechta gezeigt, wo der Hammer hängt“, brachte es Drijencic auf den Punkt.

„Nach dem ersten Viertel war die Partie eigentlich entschieden“, bemerkte Rastas Trainer Pedro Calles, dessen Schützlingen beim Zwischenstand von 20:48 nach 15 Minuten ein übles Debakel drohte. Das wurde es nicht, denn Vechta steigerte sich nach der Pause erheblich. Die Punkte von Bray zum 45:57 bildeten den Schlusspunkt eines 15:4-Laufs der Gäste, der die rund 400 mitgereisten Anhänger in Verzückung versetzte. „Da hat sich bei uns der Schlendrian eingeschlichen“, sagte Tadda über die siebenminütige Phase nach Wiederbeginn, in der bei den Baskets nicht mehr viel zusammenlief.

Wirklich brenzlig wurde es für die Oldenburger aber nicht, eine Auszeit von Drijencic brachte die Gastgeber wieder auf Kurs. „Die Jungs haben verstanden, wie wir spielen müssen“, sagte der Baskets-Coach. Frust herrschte bei Vechtas Philipp Herkenhoff. „An sich hatte ich das Gefühl, dass wir gut mithalten konnten. Leider haben wir das erste Viertel komplett verschlafen – das hat uns das Spiel gekostet“, sagte der 19-Jährige, der in der vergangenen Woche erstmals in den Kader für die Nationalmannschaft berufen wurde.

Dass Herkenhoff und Co. trotz der letztlich deutlichen Niederlage von ihren Anhängern gefeiert wurden, beeindruckte auch Oldenburgs Mahalbasic. „Großen Respekt an die Fans von Vechta, die ihr Team von Anfang bis Ende angefeuert haben. Tolle Leute, toller Verein und tolle Spieler, die nie unsportlich gespielt haben“, sagte der Center und zog ein rundherum zufriedenes Fazit: „Es war ein super Basketballspiel.“

EINZELKRITIK:

Will Cummings (7 Punkte/3 Assists/2 Steals/20:40 Minuten Spielzeit): Es war nicht der Abend des Spielmachers. Früh mit zwei Fouls belastet, musste deshalb auf die Bank und fand anschließend nie ins Spiel. Miserable Trefferquote aus dem Feld (1/8).
Haris Hujic (5:10 Minuten): Kompensierte das Fehlen von Cummings gegen Ende des ersten Viertels. Der 21-Jährige zeigte, dass er nach seiner Verletzung auf einem guten Weg ist.
Karsten Tadda (2 Punkte/5 Assists/18:52 Minuten): Der Nationalspieler gab zu Beginn die hohe Schlagzahl in der Defensive vor. Auch im Angriff mit fünf Assists ein wichtiger Faktor.
Frantz Massenat (14 Punkte/4 Dreier/3 Assists/3 Steals/ 23:24 Minuten): Zu Beginn wie aufgedreht. Versenkte drei Dreier in Folge und setzte noch einen krachenden Dunking unter Bedrängnis obendrauf. Tauchte später ab.
Marcel Keßen (4:50 Minuten): Fiel nicht weiter auf.
Till Isemann (1:02 Minuten): Durfte kurz vor Schluss ran.
Vojdan Stojanovski (15 Punkte/1 Dreier/21:40 Minuten): Nahezu fehlerlos. Sicheres Händchen beim Wurf.
Rickey Paulding (8 Punkte/30:14 Minuten): Vom Kapitän war wenig zu sehen, schoss nur Fahrkarten aus der Distanz (0/5). Defensiv aber stark gegen Hollins.
Rasid Mahalbasic (15 Punkte/6 Rebounds/23:47 Minuten): Der Center war unterm Korb von Vechta nicht zu verteidigen und ließ seine Gegenspieler einige Male alt aussehen. Wechselte sich kurz vor Schluss quasi selbst aus: Holte sich ein Foul ab, eilte direkt zur Bank, wo sein junger Ersatz Isemann bereits auf seinen Einsatz wartete.
Philipp Schwethelm (4 Punkte/4 Rebounds/25:56 Minuten): Engagiert, aber glücklos. Sucht weiterhin seinen Distanzwurf.
Nathan Boothe (16 Punkte/4 Dreier/8 Rebounds/24:25 Minuten): Der Zugang zeigte sein bestes Spiel für die Baskets. Brillierte mit ansatzlosen Dreiern und konsequenter Rebound-Arbeit.

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2031

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