OLDENBURG - Versteinerte Gesichter, Blicke, die ins Leere gingen: Fans, Spieler und Verantwortliche der EWE Baskets Oldenburg waren am Sonntagabend nach der 78:81 (44:39)-Niederlage gegen die Telekom Baskets Bonn im dritten Playoff-Spiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft gleichermaßen enttäuscht. Statt sich einen eigenen Matchball zu holen, müssen die Oldenburger an diesem Dienstag (18.30 Uhr/Eurosport) in Bonn nun einen abwehren. Nur so haben sie noch die Chance auf das entscheidende fünfte Spiel.
Sieben Sekunden vor dem Ende (78:80) hatten die EWE-Fans unter den 3148 Zuschauern in der erneut ausverkauften EWE-Arena noch die Hoffnung, dass ihr Team sich in die Verlängerung retten könnte. Aber Rickey Pauldings Zug zum Korb der Bonner war nicht von Erfolg gekrönt. Im Gegenzug machten die Rheinländer ihren zweiten Auswärtssieg in der Finalserie perfekt.
Dass dieses Spiel ein solches Ende nehmen würde, hatten die Fans der Mannschaft von Trainer Predrag Krunic zur Pause nicht erwartet. Wir hatten alles in der Hand und haben es weggegeben, analysierte Fan Nico Lamprecht, nachdem er seinen ersten Schock überwunden hatte. Denn im ersten Abschnitt boten die Oldenburger bis auf wenige Minuten eine starke Vorstellung. In der Defensive attackierten sie früh, ließen Bonn nie ungestört zum Wurf kommen und punkteten auf der anderen Seite in fast jedem Angriff sicher. 18:5 hieß es nach sechs Minuten, als Bonns Trainer Michael Koch den bulligen John Bowler ins Spiel schickte und damit Oldenburg kurzfristig in Schwierigkeiten brachte (18:14/9.).
Nach der Viertelpause brillierten die Gastgeber weiter durch aggressive Abwehrarbeit und Offensivaktionen, die die Fans, die selten zum Sitzen kamen, jubeln ließen. 40:27 hieß es nach 17 Minuten, als alles für die Gastgeber zu laufen schien. Leichte Fehler und nachlassende Konzentration sowie eine sich steigernde Gästemannschaft ließen diesen Vorsprung aber bis zur Pause schrumpfen.
Diese Entwicklung hielt im zweiten Abschnitt an. Je weiter das Spiel fortschritt, desto nervöser wurden die Oldenburger. Zwar gelangen ihnen gelegentlich noch spektakuläre Punkte wie die Dreier von JeKel Foster (53:45/23.) und Rickey Paulding (56:50/27.). Sicherheit verliehen diese den Aktionen den Mannen um Kapitän Jason Gardner aber nicht mehr.
In der Abwehr bekamen sie immer mehr Probleme mit den jetzt sehr flexibel agierenden Gästen. In der Offensive fanden sie nicht mehr so leicht den Weg zum Korb der Bonner. Die Oldenburger wirkten gehemmt, trafen schlechte Entscheidungen und erlaubten sich Ballverluste, die Bonn mit schnellen Gegenstößen zu Punkten nutzte. Beim 61:60 (30.) übernahmen die Gäste zum ersten Mal die Führung.
Niemand im Oldenburger Team verstand es in der Folge, die Aktionen gezielt zu lenken. Es waren vorrangig Einzelaktionen, die nun noch zum Erfolg führten. Zu wenig, wie sich herausstellen sollte, um sich den erhofften zweiten Sieg der Finalserie zu holen. Stattdessen verließen Fans, Verantwortliche und Spieler enttäuscht die Halle.
