Oldenburg - Es ist bei den EWE Baskets Oldenburg gerade wie verhext. In der Basketball-Bundesliga und im Pokal ist die Mannschaft nach vier Spielen ungeschlagen, im Eurocup präsentiert Oldenburg hingegen ein anderes Gesicht. Nach drei Niederlagen in drei Spielen im europäischen Wettbewerb – zuletzt am Mittwochabend bei Dolomiti Trento (81:91) – belegen die Baskets aktuell den sechsten und damit letzten Tabellenplatz in der Gruppe D. Nur die ersten Vier ziehen in die nächste Runde ein. Woran liegt es also, dass die Oldenburger auf dem europäischen Parkett solche Startschwierigkeiten haben?

„Uns fehlt noch die Kon-stanz über 40 Minuten. Wir haben Phasen im Spiel, da läuft es ganz anständig und wir können mit den Mannschaften mitspielen. Aber dann haben wir auch wieder Phasen, in denen wir einbrechen und es zu lange dauert, bis wir da wieder rauskommen“, erklärt Karsten Tadda auf NWZ-Nachfrage die derzeitige Lage in seinem Team: „ Die Gegner setzen sich international einfach zu schnell und zu weit ab, dass wir Probleme haben, wieder zurück ins Spiel zu kommen.“ In der Liga könnten die Baskets dies momentan noch kompensieren, aber international sei „die Qualität einfach höher und da haben wir noch unsere Probleme“.

Eine Mannschaft, die ebenfalls eine hohe Qualität besitzt, ist Bayern München. Auch wenn der amtierende Meister am vergangenen Montag überraschend die Segel im Achtelfinale des BBL-Pokals gegen die Baskets Bonn (84:85) streichen musste, ist das Star-Ensemble um die ehemaligen NBA-Spieler Greg Monroe und Paul Zipser gegen die Oldenburger an diesem Sonntag (18 Uhr/große EWE-Arena) der Favorit.

„Das Spiel gegen München ist immer etwas Besonderes. Nichtsdestotrotz ist es nur ein Ligaspiel wie jedes andere auch“, spielt Verteidigungsminister Tadda das Duell mit dem Tabellenführer und Titelverteidiger ein wenig herunter. Doch auch für ihn ist klar: Der aktuelle Vierte der Bundesliga muss gegen die Bayern zuhause ein anderes Gesicht präsentieren als in den drei Eurocup-Spielen. „Wir müssen zeigen, was wir aus den internationalen Spielen gelernt haben, dass wir eben auch 40 Minuten konstant spielen können“, gibt der 30-Jährige zu verstehen: „Wir dürfen keine großen Abfälle haben, weil Bayern einfach eine Topmannschaft ist, die stark besetzt ist und genau die Fehler, die wir international gemacht haben, bestrafen wird.“ Wie man die Bayern stoppen kann, zeigte zuletzt Bonn eindrucksvoll.

Eine besondere Partie wird es auch für die beiden Baskets-Zugänge Braydon Hobbs und Robin Amaize werden. Als die Baskets Mitte Februar zuletzt auf die Münchner trafen, trugen beide noch das Bayern-Dress – damals unterlagen Hobbs und Amaize noch knapp mit 82:83 in Oldenburg. Vielleicht dürfen sie ja dieses Mal in der großen Arena jubeln.

Niklas Benter
Niklas Benter Sportredaktion