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Aktualisiert vor 8 Minuten.

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NWZonline.de Sport Basketball EWE Baskets

Kommt er oder kommt er nicht?

09.06.2018

Oldenburg Kein anderes Thema wird unter den Anhängern der EWE Baskets derzeit so heiß diskutiert wie dieses: Kehrt Chris Kramer im Sommer nach Oldenburg zurück, oder nicht? Clubchef Hermann Schüller hatte kürzlich erklärt, dass der Bundesligist bereits in Kontakt mit dem Berater des US-amerikanischen Basketballprofis stehe und mit dieser Aussage für helle Aufregung im Fanlager der Baskets gesorgt.

Lesen Sie auch: Meinungen zu Chris Kramer gehen auseinander

Kramer hatte sich zwischen 2012 und 2017 in die Herzen des Oldenburger Publikums gespielt, ehe er vor einem Jahr zu Rytas Vilnius nach Litauen wechselte. Ob es nun tatsächlich zur Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ kommt, ist jedoch offen. Denn die NWZ hat bei der Recherche teils widersprüchliche Informationen gesammelt. Die einen sprechen dafür, dass Kramer ab der nächsten Saison wieder im Baskets-Trikot aufläuft, die anderen dagegen. Sicher ist nur eins: Es bleibt spannend.

Was deutet auf eine Rückkehr von Chris Kramer hin?

Fest steht: Nach einer durchwachsenen Saison mit Platz sieben in der Hauptrunde und dem Aus im Playoff-Viertelfinale suchen die Baskets nach einem neuen Point Guard. Mickey McConnell, der vor einem Jahr als Kramer-Ersatz geholt worden war, offenbarte zu große Schwächen in der Defensive. Kramers große Verteidigungs-Qualitäten sind hingegen hinlänglich bekannt, ebenso wie seine kämpferische und mitreißende Spielweise.

In Litauen scheint sich Kramer noch einmal weiterentwickelt zu haben, insbesondere in puncto Spielübersicht. Mit durchschnittlich 8,2 Punkten und 6,4 Assists pro Partie trug Kramer wesentlichen Anteil daran, dass Rytas Vilnius ab diesen Samstag im Playoff-Finale gegen Zalgiris Kaunas steht und von der ersten Meisterschaft seit acht Jahren träumen darf. Im Eurocup lesen sich Kramers Zahlen sogar noch ein Stückchen besser: 11,4 Punkte und 7,4 Vorlagen im Schnitt lieferte der US-Amerikaner im zweithöchsten Europapokal-Wettbewerb.

„Ich war nicht wirklich zufrieden mit der vergangenen Saison“, sagte Schüller und betonte: „Wir wollen künftig wieder in der Lage sein, Spitzenteams wie München zu ärgern. Dazu werden wir einen Gang hochschalten und höhere Anforderungen an neue Spieler stellen.“ Der finanzielle Spielraum sei größer geworden. „Wir haben im Budget zugelegt“, so Schüller.

Keine Frage: Eine Rückholaktion von Kramer würde gut zur neuen Angriffslust der Oldenburger passen. Die Baskets bekämen einen Aufbauspieler von gehobenem internationalen Format, der zudem keinerlei Eingewöhnungszeit benötigt.

Dass Kramer seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag in Vilnius verlängert, ist zudem unwahrscheinlich. In einem Video-Interview auf der Facebook-Seite des Clubs äußerte sich der 30-Jährige unlängst zurückhaltend zu seinen Zukunftsplänen. Aus Baskets-Perspektive war dabei vor allem folgende Aussage interessant: „Ich muss schauen, welche Entscheidung die beste für meine Familie ist“, meinte Kramer, dessen Frau Allison Anfang des Jahres ein Mädchen zur Welt brachte.

Kramer gefällt der Gedanke, seine Tochter in dem im Vergleich zur litauischen Hauptstadt Vilnius gemütlichen Oldenburg aufwachsen zu sehen. Hinzu kommt seine enge Verbindung zu Baskets-Kapitän Rickey Paulding. „Die Pauldings waren wie eine Familie für mich – ich vermisse Rickey, seine Frau und die Kinder“, hatte Kramer kurz vor Saisonbeginn in Litauen gesagt.

Nach NWZ-Informationen hatten die Baskets und Kramer in ersten Gesprächen grundsätzlich Einigung über einen Wechsel erzielt. Dies erklärt wohl auch, warum sich Schüller vor zwei Wochen so weit aus dem Fenster lehnte und das „große Interesse“ der Baskets an einer Verpflichtung bestätigte. Üblicherweise hält sich Schüller bei der Kommentierung von gehandelten Zugängen sehr bedeckt, solange der Vertrag noch nicht unterschrieben ist.

Was spricht gegen eine Rückkehr von Chris Kramer?

Inzwischen scheint der Kramer-Deal längst nicht mehr so sicher zu sein, wie es Ende Mai den Anschein hatte. Schüller äußerte sich am Freitag weitaus skeptischer und erklärte, die Wahrscheinlichkeit für einen Transfer liege bei „50:50“. Man sei zwar weiterhin „in Gesprächen“, Kramer aber nur „eine von mehreren Optionen“ für die Position des Aufbauspielers, sagte der Geschäftsführer.

Offensichtlich liegen die finanziellen Vorstellungen von Kramer und seinem Berater noch weit von denen der Baskets entfernt, sodass sich die Oldenburger auf eine plötzliche Absage Kramers vorbereiten. „Wir werden unser Budget nicht überstrapazieren“, stellte Schüller klar. Vorstellbar ist, dass Kramers Agent die Gehaltsforderungen erhöht hat, weil der Marktwert seines Schützlings durch den Einzug ins Playoff-Finale der litauischen Liga mit Vilnius noch einmal gestiegen ist.

So gespannt wie die Fans verfolgt auch Rickey Paulding die Diskussionen um ein Kramer-Comeback bei den Baskets. „Wie jeder andere in Oldenburg wäre ich glücklich, wenn Chris zurückkommen würde. Er ist einer meiner engsten Freunde und natürlich würde ich es lieben, noch einmal mit ihm zusammenspielen zu können“, sagte der Kapitän auf NWZ-Anfrage: „Aber ich denke nicht, dass dies passiert. Ich spreche fast täglich mit ihm – dabei hat er noch nie erwähnt, dass er eine Rückkehr nach Oldenburg plant.“ Eine höchst irritierende Aussage, die dem Wechsel-Wirrwarr um Kramer die Krone aufsetzt.

Wann ist mit einer Entscheidung zu rechnen?

Kramer konzentriert sich derzeit voll auf das litauische Playoff-Finale mit Vilnius gegen Kaunas. Bevor dieses nicht beendet ist, wird er keinen Vertrag in Oldenburg oder anderswo unterschreiben. Bis dahin könnte es noch etwas dauern: Weil in der Finalserie in Litauen vier Siege für den Gesamterfolg nötig sind, könnte das Duell Vilnius gegen Kaunas im Extremfall über die Distanz von sieben Partien gehen.

Baskets-Chef Schüller kündigte an, die Point-Guard-Position innerhalb der nächsten vier Wochen besetzen zu wollen. „Ich gehe davon aus, dass wir bis dahin eine Entscheidung getroffen haben“, sagte er. In Litauen endet die Finalserie frühestens am kommenden Samstag (16. Juni), wenn eine Mannschaft glatt mit 4:0 zum Titel durchmarschiert. Sollten sieben Spiele nötig sein, steht der Meister am Freitag, 22. Juni, fest – und Kramer hätte endlich Zeit, um sich mit den Baskets-Verantwortlichen an den Verhandlungstisch zu setzen.

Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2031
Arne Jürgens
Volontär, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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