OLDENBURG - Darin waren sich am Sonnabend die 3148 Besucher in der ausverkauften EWE-Arena einig: Wenn die EWE Baskets Oldenburg in den Viertelfinal-Playoff-Spielen um die deutsche Meisterschaft gegen Alba Berlin sich nicht von einer völlig anderen Seite präsentieren als im letzten Spiel der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga gegen Absteiger Giants Düsseldorf, ist die Saison für die Oldenburger spätestens am 14. Mai beendet. Denn die Leistung beim 77:64 (35:42)-Sieg war nicht dazu angetan, die Fans zu erfreuen.
Durch den Sieg und den gleichzeitigen Erfolg der Phantoms Braunschweig bei den Baskets Bonn behielt die Mannschaft von Trainer Predrag Krunic ihren sechsten Platz und trifft nun auf den Club aus der Hauptstadt. Das erste Spiel findet am kommenden Sonnabend (18.20 Uhr/Sport 1) in Berlin statt. Danach haben die Baskets am Mittwoch (4. Mai/20 Uhr/EWE-Arena) ein Heimspiel. Spiel Nummer drei ist für Sonnabend, 7. Mai, angesetzt. Sollte dann noch keine Mannschaft die erforderlichen drei Siege haben, käme es maximal zu zwei weiteren Partien.
Nach der Vorstellung gegen Düsseldorf laufen die Baskets Gefahr, dass sie es sind, die vorzeitig in den Urlaub gehen müssen. Es sei denn, sie steigern sich entscheidend. Gegen die Rheinländer hatten einige Oldenburger Fans den Eindruck, als wollte ihr Team unbedingt ein Aufeinandertreffen mit den Artland Dragons Quakenbrück vermeiden was gelang. Der Vermutung erteilte Trainer Predrag Krunic aber eine klare Absage. Man wolle jedes Spiel gewinnen und nicht taktieren.
Wie sehr Krunic das Auftreten seines Teams nervte, wurde bereits nach 2:35 Minuten (4:7) deutlich, als er eine Auszeit nahm, um seinen Spielern ins Gewissen zu reden. Die Ansprache aber verhallte. Die Baskets boten bis zum Seitenwechsel eine desaströse Vorstellung. Die Einstellung stimmte ebenso wenig wie die Abstimmung innerhalb der Mannschaft. In der Defensive war kaum Gegenwehr zu spüren. Auf der anderen Seite wurden selbst einfachste Korbleger nicht genutzt. Die nicht wie ein Absteiger agierenden Gäste nahmen die Einladung dankend an und bestimmten die Partie, in der sie nach 18 Minuten 41:31 führten.
Ich musste in der Pause etwas deutlicher werden, umschrieb Krunic nett, dass es in der Kabine der Baskets lauter geworden war. Das kam bei den Oldenburger Spielern an. Aus einem 37:50-Rückstand (22.) machten sie eine 55:54-Führung (28.).
Jetzt war Abwehrarbeit zu erkennen, wurde auf dem Weg nach vorne besser kombiniert. Nun überzeugte nicht nur Mindaugas Lukauskis, sondern auch Louis Campbell steigerte sich. Und unter den Körben entpuppt sich Chris McNaughton immer mehr als der effektivere der beiden Center der Gastgeber.
Oldenburg war jetzt Herr der Lage auf dem Spielfeld und sicherte sich den angestrebten Sieg. Um aber gegen Alba bestehen zu können, bedarf es nicht nur einer intensiven Vorbereitung, sondern auch dem unbedingten Willen aller, den Favoriten zu stürzen. Die Fans der Oldenburger würde es freuen.
