Oldenburg/Jena - Zu den vielen Weisheiten von Otto Rehhagel zählt folgender Satz: „Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte.“ Björn Harmsen scheint der gleichen Maxime wie der frühere Fußball-Meistertrainer zu folgen. Harmsen ist Coach bei Science City Jena, dem Gegner der EWE Baskets Oldenburg an diesem Sonntag (15 Uhr/große EWE-Arena). In seinem Team stehen gleich drei Legenden der Basketball-Bundesliga (BBL).
Derrick Allen (37), Immanuel McElroy (37) und Julius Jenkins (36) haben zusammen 110 Jahre auf dem Buckel, die drei kommen auf die imposante Zahl von 1246 Einsätzen in Deutschlands Eliteliga. In Sachen Erfahrung macht ihnen also niemand etwas vor – und auch leistungsmäßig gehen die US-Amerikaner beim letztjährigen Aufsteiger noch immer vorweg.
„Mit Immanuel und Derrick bilde ich ein erfahrenes Trio, das natürlich ergebnisorientiert liefern, aber die Jungs eben auch einen Schritt voranbringen soll“, beschreibt Jenkins, was sie in Jena von ihren Routiniers erwarten. Der 36-jährige Jenkins ist Kapitän der Mannschaft und fühlt sich in der Rolle des Leitwolfs wohl. „Als einer der Anführer geht es für mich darum, unseren jüngeren Spielern auf dem Parkett ein gutes Gefühl zu vermitteln und ihnen in kritischen Situationen die nötige Stabilität zu geben, damit sie an ihren Aufgaben wachsen“, sagt der Dreipunktespezialist, der in seiner Glanzzeit bei Alba Berlin von 2006 bis 2011 zu den größten Stars der Liga zählte.
Damals trug Jenkins noch eine auffällige Rasta-Frisur, von der er sich einige Jahre später in Oldenburg trennte. Mit den Baskets gewann er 2015 den Pokal, danach wurde sein Vertrag nicht mehr verlängert. Jenkins wechselte nach Montenegro und kehrte zur vergangenen Saison in die Bundesliga zurück.
In Jena traf Jenkins auf McElroy, mit dem er 2008 mit Berlin die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Mit den Thüringern kämpfen die Altstars jedoch nicht mehr um Titel, sondern um den Klassenerhalt. In der Vorsaison geriet das Team nie ernsthaft in Abstiegsgefahr und landete als Aufsteiger am Ende auf Rang 13.
Der Start in diese Spielzeit ging für die Jenaer allerdings daneben. Nach den Heimpleiten gegen Frankfurt und Würzburg droht im ersten Auswärtsspiel in Oldenburg die dritte Niederlage im dritten Spiel. Allen, im Sommer von Rasta Vechta verpflichtet, muss überdies um seine Spitzenposition in der Rangliste der punktbesten Spieler der Liga bangen.
Mit 5482 Zählern liegt Allen in der mit Beginn der digitalen Datenerfassung im Jahr 1998 geführten Statistik nur noch hauchdünn vor Oldenburgs Kapitän Rickey Paulding (5479) – der vierten BBL-Legende, die an diesem Sonntag auf dem Parkett der großen Arena steht.
