OLDENBURG - Spieler wie Acha Njei wünschen sich viele Vereine: Integer, einsatzwillig, loyal, lernwillig – ein regelrechter Musterprofi ist der 26-jährige Spieler des Basketball-Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg.

Dabei ist seine Lage alles andere als wünschenswert für einen ambitionierten Spieler: Nachdem er im vergangenen Jahr die Hälfte der Saison wegen eines Kreuzbandrisses fehlte, muss er in dieser Saison die harte Zeit als Ergänzungsspieler verkraften. Gerade einmal 59 Sekunden Einsatzzeit in 29 Spielen gab Trainer Predrag Krunic dem Aufbauspieler – ein Schnitt von zwei Sekunden pro Spiel.

Er steht damit im krassen Gegensatz zu Rickey Paulding (35:25 Minuten im Schnitt) oder auch Chris McNaughton, der es immerhin auf 9:13 Minuten im Schnitt brachte. „Mir geht es damit nicht gut, und es bereitet mir durchaus Probleme“, gesteht er offen. Viel lieber würde er dann und wann auf dem Feld stehen und der Mannschaft helfen, als nur zur Vorstellung mit dem Team in die Halle einlaufen zu dürfen und dann auf der Bank Platz nehmen zu müssen.

Weshalb dies so ist, kann er nur mutmaßen. Vielleicht liegt es an der Verletzung. Diese hatte ihn bis in die Vorbereitung auf diese Saison geplagt und verhindert, dass er zu einer festen Größe in Krunics Planungen werden konnte. Sich deshalb zu verstecken, ist nicht die Mentalität des sympathischen Mannes, der sich nicht als „Quoten-Deutscher“ sieht.

Er ist überzeugt, dass er mehr kann, als nur auf der Bank zu sitzen. So versucht er, die Übungseinheiten für sich zu nutzen. „Ich arbeite im Training weiter an meiner persönlichen Entwicklung und möchte so viel wie möglich für mich mitnehmen“, ist sein Bestreben. Und vielleicht kommt dann irgendwann auch bei den Baskets wieder einmal die Zeit, in der er auf dem Feld überzeugen kann. Denn eins ist für Njei klar: „Ich will wieder mehr spielen!“

Vor den Gegnern der Endphase der Hauptrunde warnt der 26-Jährige. „Mit Ausnahme von Spitzenreiter Bamberg, der die Hauptrunde als Erster beenden wird, und Ulm geht es für alle anderen Teams noch um etwas.“ BBC Bayreuth, an diesem Freitag (20 Uhr, EWE-Arena) Gegner der Oldenburger, und Düsseldorf kämpfen um den Klassenerhalt, Bremerhaven, Kontrahent am Sonntag (18 Uhr, EWE-Arena), um die Playoff-Teilnahme.

Zeit zum Durchschnaufen bleibt da nicht. Njei ist zuversichtlich, dass die Baskets die Playoffs erreichen werden. „Wir treten immer mehr als Team auf“, hat er festgestellt. Insbesondere bei den letzten Auswärtsspielen sei dies so gewesen. „Da ging jeweils ein Ruck durch die Mannschaft“, beschreibt er. Diese Entwicklung soll sich dann auch in den K.o.-Spielen um die deutsche Meisterschaft fortsetzen.

Dass dann vieles möglich ist, hat Njei mit den Baskets in der vergangenen Saison selbst schmerzlich erfahren müssen: Als Erster nach der Hauptrunde schied Favorit Oldenburg im Viertelfinale gegen Braunschweig aus. „Warum kann es diesmal nicht anders sein?“, fragt sich Njei und geht pflichtgemäß zur nächsten Trainingseinheit, um sich auf das Spiel gegen Bayreuth vorzubereiten.