Oldenburg - In dieser Woche beginnen im Basketball die Europapokal-Wettbewerbe mit ihren Gruppenphasen. Die EWE Baskets Oldenburg empfangen am Mittwoch (20 Uhr, große Arena) den russischen Vertreter Enisey Krasnojarsk.
Die Baskets Oldenburg treffen in der Gruppe A der Champions League auf diese Teams:
Enisey Krasnojarsk (Russland): Dieser Gegner stellt auch logistisch eine Herausforderung dar. Krasnojarsk liegt rund 3300 Kilometer östlich von Moskau.
AS Monaco: 2015 stieg das Team aus dem Fürstentum in die erste französische Liga auf. Belegt dort aktuell den dritten Platz.
Juventus Utena (Litauen): Das Team aus der 30 000-Einwohner-Stadt steht im Schatten der großen Clubs Zalgiris Kaunas und Lietuvos Rytas Vilnius.
Dinamo Sassari (Italien): 2013/14 trafen die Baskets in der Eurocup-Gruppenphase zweimal auf die Mannschaft von der Insel Sardinien.
UCAM Murcia (Spanien): Der Erstligist wechselt – bedingt durch neue Sponsoren – regelmäßig seinen Namen. Anton Gavel (Bayern München) spielte einst in Murcia.
Hapoel Holon (Israel): Das Team wurde 2008 zum ersten und bislang einzigen Mal israelischer Meister.
Karsiyaka Izmir (Türkei): 2013 Ausrichter des Euro-Challenge-Endturniers, bei dem die Baskets den dritten Platz belegten.
In welchen Wettbewerben starten deutsche Clubs?
Als Meister vertritt Bamberg im dritten Jahr nacheinander die Bundesliga in der Euroleague. Die Franken beginnen ihre Königsklassen-Saison am Donnerstag gegen Maccabi Tel Aviv. Zuvor sind bereits die übrigen sieben deutschen Europapokalvertreter im Einsatz: RP Ulm, Bayern München und Alba Berlin sind im Eurocup dabei. In der Champions League starten Oldenburg, Medi Bayreuth, die Baskets Bonn und die Riesen Ludwigsburg. Würzburg ist im Europe Cup, der unter der Champions League angesiedelt ist, in der Qualifikation gescheitert.
Warum gibt es vier Wettbewerbe?
Der Streit zwischen dem Weltverband Fiba und der Euroleague (dahinter steht der Dachverband einiger europäischer Profiligen), die auch den Eurocup ausrichtet, ist weiterhin ungelöst. Dieses Ringen um die Vormachtstellung im europäischen Basketball führt zu der unübersichtlichen Situation. „Eine enorme Herausforderung“ sei dies für die nationale Spielplangestaltung, klagte Stefan Holz, Geschäftsführer der Bundesliga. Er befürchte, „dass der weniger Basketballkundige angesichts dieses Überangebots und Wirrwarrs den Überblick und das Interesse verlieren wird“.
Wie sieht der Modus der Champions League aus?
Im Gegensatz zum Vorjahr, als der Modus an Kompliziertheit kaum zu überbieten war, ist es dieses Mal etwas besser. Aus den vier Achtergruppen (die Gruppenphase mit 14 Partien pro Team beginnt an diesem Dienstag und endet am 7. Februar) erreichen die jeweils besten vier Teams einer Gruppe das Achtelfinale. In diesem wird – genau wie im folgenden Viertelfinale – in Hin- und Rückspiel der Sieger ermittelt. Die vier Viertelfinal-Sieger erreichen das Finalturnier. Die Mannschaften auf den Plätzen fünf und sechs der Vorrundengruppen spielen in der K.o.-Phase des Europe Cups weiter.
Warum spielt Oldenburg in der Champions League?
Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller argumentiert, der Veranstalter Fiba würde sich als Weltverband um die Förderung des Basketballs kümmern. Die Euroleague, die die Wettbewerbe Euroleague und Eurocup anbietet, sei dagegen ein ausschließlich kommerziell ausgerichteter Körper. Fakt ist allerdings auch, dass die Teams in der Champions League eine Antrittsprämie kassieren. Die Baskets nahmen bereits in der Vorsaison an der Champions League teil. In den Jahren zuvor war das Team schon in der Euro-Challenge (inzwischen eingestellt), der Euroleague und im Eurocup an den Start gegangen. Die Europapokal-Premiere erlebten die Baskets in der Saison 2008/09, als sie in der Euro-Challenge dabei waren. Dass die Oldenburger nicht Meister sind und trotzdem in der Champions League starten, ist kein Widerspruch. Ähnlich wie im Fußball steht der Wettbewerb auch Teams ohne Meistertitel offen.
