Oldenburg - Es war ein langer Weg gewesen, bis der Ligaverband BBL im Herbst 2018 das jetzt gültige Wettbewerbsformat im Basketball-Pokal einführte. Die seitdem gültige Regel sieht vor, dass die 16 Teams an dem Wettbewerb teilnehmen, die auch in der Vorsaison der Bundesliga angehörten. So waren in der ersten Runde 2019/2020 – es war das Achtelfinale – alle aktuellen Erstligisten mit Ausnahme des Aufsteigers Hamburg Towers dabei. Die Eisbären Bremerhaven sowie Science City Jena, die am Ende der Spielzeit 2018/19 abgestiegen waren, mussten zuschauen.
Bis einschließlich der Saison 2008/09 waren im Pokalwettbewerb auch Teams aus den Ligen unterhalb der Bundesliga startberechtigt. Doch das, was im Fußball den Reiz des DFB-Pokals ausmacht, nämlich der Sieg des Außenseiters gegen den Favoriten aus der Bundesliga, trat im Basketball so gut wie nie ein. Zu deutlich war meist in einer Partie über 40 Minuten die Überlegenheit der Erstligisten, als dass der Wettbewerb mit Überraschungen punkten konnte. Und auch das Zuschauerinteresse bei Spielen von Bundesligisten bei Zweit- oder Drittligisten blieb oft unter den Erwartungen.
Komplizierte Tabelle
Zur Saison 2009/10 änderte die BBL den Modus. Fortan war der Ausrichter des Vierer-Finalturniers bereits qualifiziert. Um die drei übrigen Startplätze kämpften in einer Qualifikationsrunde die sechs besten Bundesliga-Teams der Hinrunde. Um diese zu erkennen, musste allerdings eine eigene Tabelle erstellt werden. Denn wenn der bereits qualifizierte Ausrichter zu diesen sechs Mannschaften zählte, mussten seine Ergebnisse herausgerechnet werden – kurzum: Es war sehr kompliziert.
„Wir haben auf die Fans gehört, die sich kritisch über das bisherige Format geäußert haben“, begründete BBL-Geschäftsführer Stefan Holz im Sommer 2018 die Änderung. Denn ein häufig geäußerter Vorwurf aus der Fanszene lautete, dass der Pokalwettbewerb keinen hohen sportlichen Stellenwert habe. Denn einerseits könne sich ein Team die Teilnahme am Vierer-Finalturnier erkaufen, indem es die Ausrichtung übernehme. Und die übrigen drei Mannschaften würden durch lediglich einen Sieg in der Qualifikationsrunde schon im Halbfinale stehen. Seit 2018 sind nun, wenn man das Finale mitrechnet, vier K.o.-Runden zu überstehen, ehe es zur Belohnung den Pokal gibt.
Ein Punkt, der in einigen anderen Sportarten dem Pokalwettbewerb einen zusätzlichen Reiz verschafft, fehlt im Basketball allerdings weiterhin. Der Triumph in dem Wettbewerb ist nicht automatisch mit der Qualifikation für einen Europapokal-Wettbewerb verbunden. Das liegt auch an dem Neben- und Übereinander von vier verschiedenen europäischen Wettbewerben. So ist nicht vorher auszumachen, ob der deutsche Pokalsieger überhaupt an dem Europapokal-Wettbewerb teilnehmen möchte, in dem er plötzlich einen Startplatz hätte. Zudem würde sich vorher die Frage stellen, aus welchem Wettbewerb die BBL überhaupt einen solchen Platz wählen könnte.
Dritter Platz im Jahr 2002
Die EWE Baskets Oldenburg weisen in ihrer Pokalgeschichte zwei besondere Einträge auf. 2002 qualifizierte sich das Team für das damals in Berlin ausgetragene Finalturnier. Nach einer 65:105-Niederlage gegen Gastgeber Alba Berlin im Halbfinale folgte im Spiel um Platz drei ein 89:77-Erfolg gegen Trier.
2015 war Oldenburg als Ausrichter direkt für das Finalturnier in der großen Arena qualifiziert. Im Halbfinale setzte sich das Team mit 77:71 gegen die Baskets Bonn durch. Einen Tag später gewann die Mannschaft durch einen 72:70-Sieg gegen Bamberg zum ersten und bislang einzigen Mal den Pokal.
