Oldenburg/Ulm - Rickey Paulding (37) und Per Günther (31) kennen sich gut – sehr gut sogar. Denn wenn die EWE Baskets Oldenburg und RP Ulm in den vergangenen zwölf Jahren aufeinandergetroffen sind, standen sich die beiden Kapitäne auf dem Basketball-Court gegenüber. So auch an diesem Sonntag (15 Uhr) im Pokal-Halbfinale in Ulm.

Was die beiden Bundesliga-Profis eint, ist ihre Vereinstreue. Seit 2007 trägt der 37-jährige Paulding die Farben der Oldenburger, der sechs Jahre jüngere Günther streifte sich 2008 erstmals das Trikot der Ulmer über – und trägt es bis heute. Seitdem haben beide Spieler so einige Schlachten mit ihren Clubs geschlagen und sich im Laufe ihrer eindrucksvollen Karriere zu Identifikationsfiguren und Fanlieblingen im Verein, als auch in der Liga entwickelt.

Eines hat Paulding Günther jedoch voraus: 2015 durfte Oldenburgs Altmeister bereits einmal den BBL-Pokal in die Luft recken – der Ulmer stand hingegen 2013 und 2014 im Finale, musste sich aber beide Male Alba Berlin geschlagen geben. Nun soll es im dritten Anlauf klappen. Doch Paulding und Co. werden etwas dagegen haben.

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„Ich freue mich sehr auf das Pokal-Halbfinale. Es wird in meiner Karriere wahrscheinlich nicht mehr viele Möglichkeiten geben, einen Titel zu gewinnen und der Pokal ist eine“, sagte Spielmacher Günther auf der clubeigenen Homepage: „Insbesondere, da wir in den letzten zwei, drei Jahren nicht mehr viele große Spiele in Ulm hatten, ist die Partie am Sonntag etwas Besonderes.“

Auftrieb gibt den Ulmern, dass sie aus den letzten sechs Bundesliga-Partien fünf Siege holten – darunter auch auswärts in Oldenburg Anfang Dezember (104:91). „Der Sieg gibt uns Selbstbewusstsein und die Gewissheit, dass wir – wenn wir an unser Maximum herankommen – Oldenburg schlagen können“, ist sich Ulms Kapitän sicher.

Aber auch die Oldenburger haben einen Lauf. Erst am Mittwoch setzte sich das Team von Trainer Mladen Drijencic überzeugend gegen den italienischen Meister Reyer Venedig in der Runde der letzten 16 im Eurocup durch (98:87). Dazu kommt, dass Paulding und Rasid Mahalbasic aktuell heiß laufen und ihre Mannschaft regelrecht beflügeln.

Doch auch Ulm hat in Zoran Dragic (19 Punkte pro Spiel) einen Spieler in seinen Reihen, der momentan den Unterschied macht. Schon im Hinrundenspiel in der Liga lieferten sich Paulding und der 30-jährige Dragic packende Duelle. Und dann ist da noch Günther, der in dieser Saison wieder mehr Spielanteile bekommt, als noch in der abgelaufenen Spielzeit – und immer für eine Überraschung gut ist.

„Ulm wird alles daran setzen, den Heimvorteil zu nutzen und von der Energie der Fans zu profitieren. Wir wollen auch im dritten Auswärtsspiel der Pokalsaison bei uns bleiben und unsere konzentrierte Leistung zeigen“, lautet die Vorgabe von Drijencic.

Im zweiten Halbfinale an diesem Sonntag (18 Uhr) empfängt Brose Bamberg zuhause Alba Berlin. Das Finale ist für den 16. Februar terminiert.

Niklas Benter
Niklas Benter Sportredaktion