Oldenburg - Die Stimme von Sebastian Machowski klang am Donnerstagmittag noch etwas matt. „Wirklich ausgeschlafen bin ich nicht“, gestand der Trainer der EWE Baskets Oldenburg. Unmittelbar nach der Partie beim BBC Bayreuth am späten Mittwochabend hatte sich der Basketball-Bundesligist auf die Reise Richtung Heimat gemacht, rund sieben Stunden später – um fünf Uhr morgens – bog der Mannschaftsbus auf das Gelände vor der Geschäftsstelle in Oldenburg ein.
An ein Nickerchen war für Machowski während der langen Fahrt nicht zu denken – Grund war aber nicht die 72:84-Niederlage seines Teams in Bayreuth, sondern die Gewohnheit des 41-Jährigen, im Bus grundsätzlich nicht zu schlafen.
So hatte der Coach immerhin genügend Zeit, über das, was er in Oberfranken mitansehen musste, nachzudenken. „Bei uns waren nicht alle Spieler bei 100 Prozent“, lautete eine dieser Erkenntnisse aus der Pleite bei den abstiegsbedrohten Bayreuthern. Eine andere: „Der BBC hat Playoff-Basketball gespielt“, erkannte Machowski und warnte seine Spieler: „Auf genau diese Intensität müssen wir uns in den nächsten Wochen einstellen.“ So gesehen hatte die erste Niederlage nach zuvor sechs Siegen in Folge sogar etwas Gutes: Wissen die Oldenburger doch nun, dass sie ihre Sinne wieder schärfen müssen, um in der nun anstehenden heißen Saisonphase erfolgreich zu sein.
Zunächst einmal wollen die Machowski-Schützlinge aber ihr Ziel, die Hauptrunde als Zweiter abzuschließen, erreichen. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt die Mannschaft die letzten zwei regulären Saisonspiele, ist ihr Rang zwei nicht mehr zu nehmen.
Diese recht nüchternen Fakten treten beim Duell gegen die Baskets Bonn an diesem Sonnabend (20 Uhr) aber erst einmal in den Hintergrund. Denn die Oldenburger stehen vor deutlich mehr als einem gewöhnlichen Heimspiel: Es ist das langersehnte erste Spiel in der neuen EWE-Arena. Die Halle ist mit 6000 Zuschauern ausverkauft, somit werden die Partie knapp doppelt so viele Fans verfolgen wie in der alten Arena. „Die Mannschaft ist heiß und auch ich freue mich sehr auf die Atmosphäre“, sagte Machowski, der sich gerne an das öffentliche Training vor 1500 Besuchern am vergangenen Sonnabend erinnert: „Allein das war schon toll.“
Weil an diesem Freitag die offizielle Eröffnung der Halle stattfindet, können die Baskets nur noch am Sonnabendvormittag in der neuen Umgebung trainieren. Die Sorge, dass die Oldenburger mit dem noch relativ ungewohnten Terrain möglicherweise nicht zurechtkommen könnten, teilt Machowski nicht: „Man sollte da die Kirche im Dorf lassen. Für die Bonner gilt das doch genauso. Es sind immer noch unsere Bälle, unsere Körbe und unsere Fans. Der Heimvorteil liegt also nach wie vor bei uns.“
