Bonn - Als Sebastian Machowski, Trainer der EWE Baskets Oldenburg, am Sonnabendabend zur Pressekonferenz kam, wurde es ruhig im Saal. Es schien, als wollte niemand die Nerven des 40-Jährigen unnötig strapazieren. 40 Minuten lang hatte sich Machowski zuvor ansehen müssen, wie dem Basketball-Bundesligisten bei den Baskets Bonn geradezu nichts gelingen wollte. Das 57:90 war die zweithöchste Ligapleite seit dem Wiederaufstieg Oldenburgs im Jahr 2000.

Dass Machowskis Gegenüber, Bonns Coach Michael Koch, sich erst vor einer Woche in einer ähnlichen Gemütslage befand, als sein Team Frankfurt mit 53:78 unterlag, war für Machowski kein Trost. „Die Liste mit Dingen, die heute nicht geklappt haben, ist zu lang“, sagte er. Mit einer solchen Leistung könne sein Team in der Bundesliga nicht bestehen.

Früh in der Partie vor 5490 Zuschauern auf dem Bonner Hardtberg gerieten die Gäste in Rückstand (4:10, 4. Minute). Und schon am Ende des ersten Viertels deutete sich an, dass die Oldenburger einen „gebrauchten Tag“ (Machowski) erwischt hatten. Nach einem leichtfertigen Ballverlust kurz zuvor, vergab Mustafa Abdul-Hamid mit der Schlusssirene kläglich.

Zwar schafften Oldenburgs Kapitän Rickey Paulding und seine Mitspieler im zweiten Viertel mehrmals den Anschluss (19:21, 13.; 26:31, 16.), leichtfertige Ballverluste und fehlende Abstimmung in den Spielzügen warfen sie jedoch immer wieder zurück. Aufbauspieler Dru Joyce produzierte bis zur Halbzeit (30:41) vier Ballverluste, bis zum Ende des Spiels blieb er bei einer Trefferquote von 0 Prozent. Seine Vertreter Abdul-Hamid und Kevin Smit konnten diesen personellen Ausfall nicht kompensieren.

„Ich weiß auch nicht, was heute los war. Da müssen wir jetzt drüber stehen und versuchen, im nächsten Spiel die richtige Antwort zu geben“, sagte Smit, der wie Joyce und Dominik Bahiense de Mello ohne Zähler blieb. Von jenseits der Drei-Punkte-Linie verwandelte Oldenburg nur 18 Prozent seiner Würfe. In der zweiten Hälfte verfehlten Oldenburgs Dreier ihr Ziel gleich mehrmals gänzlich.

Unter dem eigenen Korb gingen die Gäste nicht konsequent genug zu Werke, so dass Bonn im dritten Nachfassen zum 53:36 einnetzte. Szenen wie diese in der 25. Minute waren symptomatisch für den Auftritt der Oldenburger.

Der Bonner Center Jonas Wohlfahrt-Bottermann (22) sorgte zudem mit einer starken Leistung dafür, dass auch Adam Chubb, der als einziger Oldenburger auf ordentliche Werte kam, einen schweren Stand hatte. Ein ums andere Mal zog der Routinier gegen den Topscorer der Partie (18 Punkte) den Kürzeren. Chubb schied in der 32. Minute mit fünf Fouls aus, Wohlfahrt-Bottermann verließ das Feld gut eine Minute vor Schluss als gefeierter Mann des Abends.