Oldenburg - Sie standen zeitweise völlig neben sich, schickten ihre Fans durch ein Wechselbad der Gefühle, doch am Ende stand die Halle Kopf: Die EWE Baskets Oldenburg dürfen mehr denn je vom Einzug ins Finale der Basketball-Bundesliga träumen, nach dem 65:59 (39:36)-Erfolg gegen RP Ulm am Mittwochabend führt die Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski in der Halbfinalserie mit 2:1.

Die Oldenburger überzeugten einmal mehr mit einer überragenden Defensivleistung, brachten sich durch ein katastrophales drittes Viertel aber beinahe um den Lohn ihrer Mühen. Doch dank eines energischen Schlussspurts fehlt nun nur noch ein Sieg zum Erreichen des Endspiels, den sich die Baskets bereits in Spiel vier an diesem Sonnabend (17.30 Uhr/Sport 1) in Ulm holen können. Bester Werfer der Oldenburger war Julius Jenkins mit 17 Punkten, Ulms John Bryant erzielte 18 Zähler.

Beide Mannschaften hielten sich nicht lange mit Abtasten auf, es ging sofort zur Sache. Viele Fouls bestimmten die Anfangsphase, die Akteure schenkten sich nichts (10:10/4. Minute). Ulm schien das Fehlen des etatmäßigen Spielmachers Per Günther, der sich in der Partie vier Tage zuvor einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, noch enger zusammengeschweißt zu haben – die Süddeutschen lieferten Oldenburg, das auf den gesperrten Ronnie Burrell verzichten musste, einen offenen Schlagabtausch. 22:20 hieß es nach zehn Minuten.

Im zweiten Viertel änderte sich an dem Geschehen auf dem Parkett erst einmal wenig: Die 6069 Zuschauer in der erstmals in den Playoffs ausverkauften großen EWE-Arena sahen eine Begegnung auf höchster Intensitätsstufe. Die Baskets waren zwar weiter überlegen, schafften es aber nie, sich einmal einen etwas größeren Vorsprung herauszuspielen.

Dann dieses dritte Viertel: Erst unkonzentriert, später dann nervös und mit Pech, fabrizierten die Baskets Fehlwürfe und Ballverluste en masse. Auf einmal wollte nichts mehr klappen – als Lance Jeter einen Dreier zum 44:39 verwandelte (24.), ging ein ungläubiges Raunen durch die Arena. Machowski nahm die Auszeit. Vier Minuten später waren die Baskets immer noch ohne Korberfolg in diesem Abschnitt, Ulm auf 52:39 davongezogen – und Machowski nahm die nächste Auszeit. Und die zeigte Wirkung: Zunächst, nach sage und schreibe 8:50 Minuten, markierte Jenkins die ersten Punkte, denen Chris Kramer zwei weitere folgen ließ. So gab das 43:52 noch Hoffnung für das Schlussviertel.

Dieses begann wenig verheißungsvoll – bis zum Auftritt von Jenkins: Der Flügelspieler übernahm Verantwortung und traf zwei Dreier in Folge, Paulding tat es ihm nach und plötzlich hatten die Baskets das Spiel gedreht – 60:57, die Halle kochte (36.). Nach Konrad Wysockis Rebound 45 Sekunden vor Ende machte Dru Joyce per Freiwurf den Deckel drauf (65:59).