Oldenburg/Radom/Crailsheim - Beim Blick auf den Kader erkennt Konrad Wysocki sofort mehrere bekannte Namen. „Es sind viele Spieler dabei, die schon lange in Polen aktiv sind“, sagt der ehemalige Akteur der EWE Baskets Oldenburg über die Mannschaft von Rosa Radom. An diesem Mittwoch (18.30 Uhr) tritt der Basketball-Bundesligist zum Champions-League-Gruppenspiel beim polnischen Vizemeister an.

Wysocki ist ein exzellenter Kenner des polnischen Basketballs. Der 34-Jährige wurde im Nachbarland geboren, kam in den 1980er-Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland und wurde später hier Nationalspieler. Er besitzt beide Staatsbürgerschafen. Mehrmals wechselte er im Laufe seiner Profikarriere zwischen den beiden Ländern hin und her. Von 2012 bis 2014 spielte er in Oldenburg, anschließend war er in Polen (unter dem ehemaligen Oldenburger Trainer Predrag Krunic) bei Anwil Wlocławek aktiv. Seit 2015 spielt er bei den Crailsheim Merlins, mit denen er in diesem Sommer aus der Bundesliga abstieg und nun mit dem Team in der 2. Bundesliga um den Wiederaufstieg kämpft. Derzeit liegt die Mannschaft aus Baden-Württemberg als Tabellenvierter klar auf Playoff-Kurs.

„Wir sind im Sommer sehr unglücklich abgestiegen, obwohl wir eine absolut erstliga-taugliche Mannschaft hatten“, sagt Wysocki: „Ich bin hiergeblieben, weil ich mit dem Team unbedingt wieder in die Bundesliga will.“ Er habe „wohl nicht mehr so viele Jahre im Profibasketball“, sagt der Olympia-Teilnehmer von 2008: „Mein Traum wäre, mit Crailsheim aufzusteigen und dann noch ein Jahr Bundesliga zu spielen.“

Einer der stärksten Akteure von Baskets-Gegner Rosa Radom ist lauf Wysocki der 23-jährige Michal Sokolowski, zudem genieße Robert Witka im Nachbarland allerhöchsten Respekt. „Jeder, der sich in Polen für Basketball interessiert, kennt Robert Witka“, sagt Wysocki über den 35-jährigen Ex-Nationalspieler.

Die erste polnische Liga habe sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, sei aber immer noch von verwirrenden Wechseln geprägt. „Plötzlich ziehen sich Sponsoren zurück und Mannschaften wechseln die Kader. Dann tauchen plötzlich neue Teams mit einem neuen Sponsor auf. Es fehlt hier und da die Kontinuität“, sagt Wysocki.

Insgesamt sieht der deutsche Ex-Nationalspieler die Oldenburger, die ohne die angeschlagenen Vaughn Duggins und Maxime De Zeeuw und dafür mit Haris Hujic (Guard aus dem ProB-Team) nach Polen reisten, in der Favoritenrolle: „Gute Teams aus der Bundesliga sind definitiv stärker als gute Teams aus Polen.“

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)