Vechta/Oldenburg - Geburtstage sind ein Anlass, das vergangene Lebensjahr Revue passieren zu lassen. Das tat sicherlich auch Pat Elzie, Trainer des Basketball-Bundesligisten Rasta Vechta, an diesem Freitag. Vor seinem Geburtstag am 22. November 2012 stand das Team des nun 53-Jährigen auf Platz fünf der zweiten Liga (ProA). Es folgte eine Siegesserie von neun Spielen, der Sprung an die Tabellenspitze und im Sommer als Krönung der Aufstieg.
Nach neun Partien in der Bundesliga stehen die Südoldenburger mit zwei Erfolgen auf Rang 14. „Wir liegen gut im Rennen um den Klassenerhalt. Seit ich als Coach tätig bin, habe ich immer gesagt, dass man nicht zu hoch fliegen soll, nur um dann abzustürzen“, bilanziert Elzie nach gut einem Viertel der Saison.
Trotz knapper Niederlagen in Hagen (78:80), Weißenfels (84:87 nach Verlängerung) und gegen Quakenbrück (101:102) sei die Teamchemie nach wie vor super: „Entscheidend ist, dass wir keine internen Probleme haben.“ Die zuletzt angesprochenen „Rollenprobleme“, erklärt er so: „Unsere Neuen müssen sich noch besser in den ihnen zugedachten Rollen einfinden. Es ist der vielzitierte Findungsprozess, der nicht nach ein paar Wochen abgeschlossen ist.“ Die Mannschaft glaube aber weiterhin an die eigenen Stärken.
Und davon hat Rasta im Saisonverlauf einige bewiesen: Der Aufsteiger liegt in der Kategorie Rebounds auf Platz eins, Aufbauspieler Richie Williams ist der zweiteffektivste Spieler sowie Passgeber der Liga, Center Dirk Mädrich führt die deutschen Bundesligaspieler bei den Punkten pro Spiel an (13,9), und die Fans stehen hinter dem Club – obwohl es im stets ausverkauften Rasta-Dome (3140 Zuschauer) in vier Partien noch keinen Heimsieg gab. Ein Beweis für die Euphorie und Treue der Vechtaer Anhänger: Etwa 1500 Fans werden Mädrich & Co. an diesem Sonnabend zum Auswärtsspiel bei den EWE Baskets Oldenburg (20 Uhr, große EWE-Arena) begleiten.
Steven Esterkamp werden die Zuschauer nicht zu sehen bekommen, der Dreierspezialist gehört seit dieser Woche nicht mehr dem Kader an. „Wir brauchen eher Akteure, die uns spielerisch weiterbringen. Also Profis mit Körperpräsenz, Spielverständnis, Athletik, Kreativität“, sagt Elzie. Diese Eigenschaften verspricht er sich von Flügelspieler Rashad Jamal Bishop. Der 25-jährige Amerikaner traf am Donnerstag in Vechta ein, wird gegen Oldenburg jedoch wohl noch zuschauen müssen, ebenso wie Jacob Doerksen (Haarriss im Wadenbeinköpfchen).
Auf die Körbe in Oldenburg wird Bishop trotzdem werfen, denn statt einer Geburtstagsparty stand für Elzie und sein Team am Freitagabend eine Trainingseinheit in der großen EWE-Arena an. Über Glückwünsche wird sich der Trainer natürlich auch noch am Sonnabend freuen: Sowohl nachträglich zum Geburtstag als auch zum dritten Saisonerfolg. Und vielleicht startet Vechta damit eine weitere Siegesserie – so wie fast auf den Tag genau vor einem Jahr.
