Bayreuth/Oldenburg - Die EWE Baskets Oldenburg können mit Trainer Mladen Drijencic auch außerhalb der eigenen Arena gewinnen. Am Sonntagnachmittag setzte sich der Basketball-Bundesligist mit 87:74 (45:43) beim BBC Bayreuth durch und feierte den ersten Auswärtssieg mit Drijencic, der seit seinem Amtsantritt vor fünf Wochen bisher ausschließlich Heimerfolge bejubeln durfte.
Das Ticket für die Playoffs hatten die Oldenburger bereits am Freitag durch das 74:56 gegen Hagen gebucht – mit dem Sieg in Bayreuth bewahrte sich die Mannschaft die Chance, die Ausgangslage für die Meisterrunde zu verbessern. Platz sieben ist den Baskets nicht mehr zu nehmen, mit einem Sieg zum Hauptrundenabschluss gegen den FC Bayern an diesem Donnerstag (20 Uhr/große EWE-Arena) könnte es noch um ein oder sogar zwei Plätze nach oben gehen. Allerdings sind die Oldenburger hierfür auf Ausrutscher von Ulm (in Bonn) und Frankfurt (in Tübingen) angewiesen.
In Bayreuth mussten die Baskets schwer um die zwei Punkte kämpfen, ehe ein starkes Schlussviertel für den etwas zu hoch ausgefallenen Sieg sorgte. „Wir haben in der ersten Halbzeit extrem viele Fehler gemacht. Deshalb sind wir nicht ganz zufrieden“, meinte Center Philipp Neumann. „In der zweiten Halbzeit habe wir sehr gut den Ball bewegt und unsere Systeme gut umgesetzt“, sagte Drijencic, der in Abwesenheit des angeschlagenen Spielmachers Casper Ware auf der Aufbauposition voll auf Chris Kramer setzte, der fast durchgehend auf dem Parkett stand. Kramer schien dies jedoch nichts auszumachen und avancierte mit 16 Punkten, sieben Vorlagen und acht Rebounds zum überragenden Akteur.
Vor 2840 Zuschauern in der Oberfrankenhalle gehörte den Gastgebern, die zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen hatten, die Anfangsphase. Nach fünf Minuten traf der in Oldenburg bestens bekannte Je’Kell Foster, 2009 mit den Baskets deutscher Meister, mit einem Dreier zum 12:8 für Bayreuth. Danach fingen sich die Gäste, und verkürzten mit Ende des ersten Viertels durch einen schönen Korbleger von Julius Jenkins auf 20:21.
Robin Smeulders besorgte wenig später die erste Führung für die Oldenburger (24:23/12. Minute), die sich in der Folge bis auf sieben Punkte absetzen konnten (37:30/16.). Gegen Ende des zweiten Abschnitts brachten sich die Baskets nach einigen umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen durch Undiszipliniertheiten (Kramer und Neumann kassierten jeweils ein technisches Foul) selbst aus dem Rhythmus und hatten dabei noch Glück, dass die Bayreuther aus den vielen Freiwurf-Möglichkeiten nur wenig Kapital schlugen. Ronnie Burrell, ebenfalls früher in Oldenburg aktiv, traf mit einem Dreier zum Halbzeitstand von 43:45 aus Sicht der Hausherren.
Im zweiten Durchgang schafften es die Baskets, ihre Dreierschützen besser in Szene zu setzen – wirklich abschütteln ließen sich die Gastgeber jedoch nicht. Nach 34 Minuten glich Bayreuth sogar zum 67:67 aus. Doch die Oldenburger behielten die Nerven, spielten ihre tiefer besetzte Bank aus und entschieden die Partie eineinhalb Minuten vor Schluss mit Dreiern von Julius Jenkins und Rickey Paulding zum 82:71.
