TüBINGEN - Eine Tiefschlaf-Phase mit 0:20 Punkten im ersten Viertel beendete früh alle Träume der EWE Baskets Oldenburg auf einen Sieg bei den Tigers Tübingen. Auch ein Rickey Paulding in Gala-Form reichte nicht, um diesen Rückstand wettzumachen. Nach dem 79:89 (30:39) beim Tabellenzwölften hatten die Oldenburger allerdings ein wenig Glück, denn auch Verfolger Alba Berlin patzte am Sonntag in Frankfurt.

Spielt so ein Tabellenführer? Diese Frage stellten sich am Sonnabend 3000 Zuschauer in Tübingen und viele Basketball-Fans vor den Fernseh-Geräten. Die Baskets Oldenburg gaben mit ihrem Auftritt Rätsel auf bei den Tigers, die nur zum Mittelmaß zu zählen sind.

Doch wie zuvor schon Quakenbrück deckten auch die Gastgeber schonungslos die momentanen Oldenburger Schwachstellen auf: In der Verteidigung kam das Team von Trainer Predrag Krunic zu Beginn permanent einen Schritt zu spät, vorne funktionierten anfangs nicht einmal simple Dinge. Die Strafe folgte prompt: Nach dem 0:3 (Paulding) zog Tübingen auf 20:3 (9.) davon und sorgte so schon für klare Verhältnisse. Davon zehrten die in allen Belangen besseren Gastgeber den Rest der Spielzeit. „Das war die Vorentscheidung“, sagte Predrag Krunic, „wir waren unkonzentriert und haben Fehler gemacht.“

Besonders stark trumpfte in dieser Phase ein Ex-Oldenburger bei den Tigers auf: Branislav Ratkovica gelangen allein im ersten Viertel zwölf Punkte, obendrein zwei Ballgewinne – nach einem Dreier aus acht Metern über seinen einstigen Vorgesetzten Jason Gardner ballte der Serbe die Faust. „Der Sieg war eine große Befriedigung für mich“, sagte Ratkovica, der in Oldenburg nur in der zweiten Reihe stand. „Nicht, weil es gegen mein Ex-Team war, sondern weil wir den Spitzenreiter geschlagen haben.“ Auch Krunic lobte seinen Ex-Schützling: „Da hat Tübingen einen guten Spieler.“

Nur zwei Oldenburger hielten am Sonnabend dagegen: Rickey Paulding zeigte eine überragende Vorstellung. Nicht nur wegen seiner 27 Punkte, sondern auch mit drei Blocks – unter anderem gegen den Center Rasko Katic. Der musste an diesem Tag nicht einmal sonderlich glänzen, um den Tübingern zum Sieg zu verhelfen. Und Ruben Boumtje Boumtje zeigte zumindest in der Abwehr eine gute Leistung.

Dagegen war Michael Haynes für Perkovic und Co. ein einziges Rätsel, er dämmte den Elan der Aufholjagd umgehend. Lediglich beim 38:43 (25.) schnupperten die Baskets noch mal am Sieg. Doch Tübingen konterte umgehend mit einem 7:0-Lauf.

„Die Enttäuschung ist groß. Wir müssen uns jetzt gut auf die Playoffs vorbereiten“, sagte Krunic. Eine Erkenntnis brachte ihm das Spiel in Tübingen: Mit solch einer Leistung kommen die Oldenburger nicht weit, ob als Tabellenführer oder nicht.

Dass sie besser sind, können sie am Mittwoch (20 Uhr) beweisen, wenn Göttingen zum Spitzenspiel kommt. www.NWZonline.de/ewebaskets