ULM - Am Ende ging es den EWE Baskets Oldenburg so wie Lukas Bagge: Der Fan war am Sonntagnachmittag in der Ulmer Kuhberghalle drei Meter in die Tiefe gefallen, nachdem eine Bodenplatte der Tribüne gebrochen war. Bagge landete auf seinen Füßen, blieb unbeschadet. Auch die Baskets waren über weite Strecken in der Gefahr, an der Bundesliga-Partie bei RP Ulm Schaden zu nehmen. Sie taten es nicht. Die Erleichterung bei Fans und Spielern war groß, als Louis Campbell und Luka Bogdanovic die entscheidenden Punkte zum 91:86 (42:40)-Sieg gegen RP Ulm gelangen. Damit haben die Baskets, bei denen Kapitän Rickey Paulding mit 24 Punkten am besten traf, den entscheidenden Schritt Richtung Teilnahme an den Playoff-Spielen getan.
Die Partie hatte aus Sicht der 50 Oldenburger Fans, die morgens um fünf Uhr losgefahren waren, gut begonnen. Angetrieben von Paulding und Center Aron Baynes bestimmte ihr Team das Geschehen. Diese beiden Akteure waren im Alleingang für die 15:10-Führung (6. Minute) verantwortlich. Von Beginn an hatten die Oldenburger mehr Durchsetzungsvermögen und mehr Willenskraft in den Zweikämpfen bewiesen. Nach zehn Minuten lagen sie verdientermaßen 25:18 vorne.
Im zweiten Viertel gab Krunic seinen Leistungsträgern Zeit, sich zu erholen, und brachte Daniel Hain, Louis Campbell und Chris McNaughton. Bis zum 31:20 (13.) hatte das keine Auswirkung. Dann aber gab es einen kleinen Bruch im Spiel der Baskets. Auf der einen Seite trafen sie nicht mehr so gut wie im ersten Viertel. Auf der anderen Seite steigerte sich Ulm und sorgte so nicht nur dafür, dass die Partie besser wurde, sondern holte auch auf. Nach einem 7:0-Lauf schnupperten die Ulmer Morgenluft. Sie setzten weiter nach, während die Baskets jetzt nicht mehr so konstant agierten. Der überragende Per Günther (34:33) sorgte nach 17 Minuten für die Führung Ulms. Die Baskets aber rappelten sich wieder auf und lagen zur Pause 42:40 vorne.
Im Folgenden entwickelte sich die Partie zu einem Duell der Oldenburger mit Nationalspieler Günther. Der Aufbauspieler war von den Baskets, denen die Partie gegen Bamberg vom Freitag noch in den Knochen steckte, kaum in den Griff zu bekommen. Mit ihm steigerte sich das Team, während sich bei den Baskets auch jetzt gute mit weniger guten Phasen abwechselten.
So wurde das dritte Viertel, in dem Baynes nach seinem vierten Foul auf der Bank saß, zu einem offenen Schlagabtausch. Es zeigte aber auch, wie es um die Nervenkostüme beider Teams stand: Während in der Endphase dieses Durchgangs Daniel Fitzgerald seine Freiwürfe zum 68:69 traf, vergab Campbell auf der anderen Seite beide. Am engen Spielverlauf änderte sich auch im Schlussviertel nichts. Erst als Campbell und Bogdanovic getroffen und den Sieg sichergestellt hatten, jubelten die Fans entspannt über das Erreichen der Playoffs.
