Ulm/Oldenburg - Zuletzt nahm er sich eine kleine Auszeit, rechtzeitig zur heißesten Saisonphase in der Basketball-Bundesliga aber nähert sich Rickey Paulding wieder seiner Bestform. Als es für EWE Baskets Oldenburg am frühen Sonntagabend im Auswärtsspiel bei Ratiopharm Ulm im Schlussviertel noch einmal brenzlig wurde, riss der Baskets-Kapitän das Heft an sich und führte sein Team mit zwölf Punkten in Folge endgültig auf die Siegerstraße.
„Rickey trägt uns schon durch die gesamte Saison. Es war ein super Spiel von ihm“, kommentierte Center Rasid Mahalbasic die Gala-Vorstellung des 35-Jährigen, der insgesamt 26 Punkte zum 87:70 (44:30)-Erfolg in Ulm beisteuerte. Durch den vollauf verdienten Auswärtssieg wahrte die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic die Chance, am letzten Hauptrunden-Spieltag noch ein Stück in der Tabelle nach oben zu klettern. Voraussetzung hierfür ist ein Sieg an diesem Dienstag (15 Uhr/große EWE-Arena) im Heimspiel gegen die Frankfurt Skyliners, zugleich müssen die Oldenburger auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.
Die Spannung vor dem Hauptrunden-Finale könnte größer kaum sein: Zwischen Platz vier und sieben ist für die Baskets noch alles möglich – erst nach dem Ende des 34. Spieltags steht fest, mit welchem Gegner es die Oldenburger im Playoff-Viertelfinale zu tun bekommen.
Ulm Reinhardt 7 Punkte/1 Dreier, Ohlbrecht 5, Thompson 4, Günther 11/1, Akpinar 8/2, Benimon 6, Babic 3/1, Harangody 10/2, Fotu 12, Krämer 4. Oldenburg Scott, Moore 2, Hujic 3/1, Tadda 5/1, Massenat 12/3, Bacak, Paulding 26/4, Mahalbasic 12, Philmore 5, McConnell 11/1, Schwethelm 11/2.
Rebounds Ulm 31/Oldenburg 35. Trefferquote Dreier Ulm 30 Prozent/Oldenburg 48 Prozent.
In Ulm zeigte der Vizemeister der vergangenen Saison eine geschlossen starke Mannschaftsleistung: Neben Paulding kamen auch Frantz Massenat und Mahalbasic (jeweils zwölf Punkte) sowie Mickey McConnell und Philipp Schwethelm (jeweils elf) auf eine zweistellige Punkte-Ausbeute. Nachdem die Baskets die Partie lange Zeit klar dominiert und zwischenzeitlich mit 22 Zählern in Führung gelegen hatten (61:39/27. Minute), wurde es vier Minuten vor Schluss noch einmal spannend, als Ulm auf sieben Punkte herankam (63:70/36.). Angetrieben von 6200 Zuschauern in der ausverkauften Ulmer Arena witterten die Gastgeber nun Morgenluft – allerdings hatten sie die Rechnung ohne Paulding gemacht.
Ein Wermutstropfen aus Oldenburger Sicht war der Ausfall von Durand Scott. Der 28-Jährige, der wie schon am Freitag beim Heimsieg über Göttingen in der Startformation gestanden hatte, musste nach bereits vier Minuten verletzungsbedingt vom Parkett. Eine Diagnose stand am Sonntagabend noch aus. Die Baskets müssen derzeit schon ohne die verletzten Brad Loesing und Maxime De Zeeuw auskommen.
Für die insbesondere in der ersten Halbzeit enttäuschenden Ulmer erzielte Isaac Fotu die meisten Punkte (12). Die Schwaben verspielten im letzten Heimspiel einer verkorksten Saison auch die letzte theoretische Chance auf den Einzug in die Playoffs. Trainer Thorsten Leibenath war bedient. „In einem Spiel, in dem es darum geht, bis aufs Letzte zu kämpfen, war das eine nicht akzeptable Leistung von meiner Mannschaft“, sagte er.
