ULM/OLDENBURG - So hatten sich Trainer Predrag Krunic und die EWE Baskets Oldenburg ihren Weihnachtstrip ins Schwabenland sicher nicht vorgestellt. Der amtierende Deutsche Meister der Basketball-Bundesliga (BBL) kassierte bei RP Ulm eine deutliche 82:100 (36:42)-Pleite.
Die Partie verlief von Beginn an nicht zu Gunsten der Baskets. Es gab ungewohnt viele Ballverluste und Fehler, gerade vom wertvollsten Spieler der Vorsaison, Jason Gardner. Schon zur Halbzeit hatten die Oldenburger elf Ballverluste angesammelt. Ulm hatte bis dato dagegen nur fünfmal den Ball verloren und kam deshalb verdient zur 42:36-Pausenführung.
Die dritten zehn Minuten waren für die Spieler auf der Oldenburger Bank sichtlich nervenaufreibend. Immer wieder kamen ihre Kollegen auf dem Feld – in dieser Phase vornehmlich Joshua Carter – mit Drei-Punkte-Würfen und gutem Teamplay an die Gastgeber heran. Eine Führung sprang dabei aber nie heraus.
Zu oft wurden einfache Würfe vergeben. Zu wenig Intensität und Wille waren zu erkennen. Zu gut war aber auch das Ulmer Team: Ballgewinne wurden mit Präzision durch Schnellangriffe verwertet, exakte Pässe sowie die Kontrolle des Spieltempos zeichneten dazu die Ulmer Spielmacher Per Günther und Austen Rowland aus. So ging es mit 66:62 vor rund 2900 Zuschauern in das letzte Viertel.
Lange Zeit sträubten sich Je'Kel Foster, Jasmin Perkovic und Co. gegen die drohende Niederlage, dann jedoch ließen ausgerechnet die Führungsspieler Gardner und Rickey Paulding die Köpfe viel zu früh hängen. Fünf Minuten vor Schluss war beim Stand von 84:68 bereits abzusehen, dass der Sensationserfolg der jungen Ulmer Truppe nicht mehr abzuwenden war.
Die Reuse wurde für das Team von Coach Mike Taylor anscheinend immer größer. Viele Drei-Punkt-Würfe in den letzten Spielminuten gaben den Gästen den Rest. Christian Burns legte alleine zehn Punkte im letzten Spielabschnitt auf. Gepaart mit einer perfekten Wurfquote und Zauberpässen von Rowland ergab das den 100:82-Endstand und eine tobende Ulmer Kuhberghalle.
