Die phantastische Stimmung beim Nordderby der Basketball-Bundesliga (BBL) im Bremer AWD-Dome zwischen den Eisbären Bremerhaven und den EWE Baskets Oldenburg (73:68) hat den Befürwortern des Metropolen-Basketballs in die Karten gespielt. 9450 Zuschauer schrien, trommelten und pfiffen am Sonntag, was Stimmbänder, Arme und Lunge hergaben. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer zählt zu denen, die das Produkt Basketball gerne häufiger in Städten der Größe Bremens verkaufen würden. Wenn Pommer im 20 000-Einwohner-Städtchen Quakenbrück zu Gast ist, wird er deshalb ausgepfiffen.

Die Atmosphäre in Bremen kam vor allem zustande, weil die angereiste Heimmannschaft Bremerhaven und die Oldenburger Gäste mehrere tausend Fans mitbrachten. Dass man den Anhängern einen solchen Trip nicht zu oft zumuten kann, wissen die Beteiligten. Eisbären-Manager Jan Rathjen überlegt, auch in der kommenden Saison wieder ein Heimspiel in Bremen auszutragen. Die Heimat seines Teams werde aber die Bremerhavener Stadthalle bleiben. Baskets-Geschäftsführerin Regina Kulms will nicht kategorisch ausschließen, ein Oldenburger Heimspiel nach Bremen zu verlegen. Konkrete Pläne dafür gebe es aber nicht. Gegebenenfalls müsse man so etwas mit Sponsoren und Fans auch sehr genau besprechen.

Während des Baus der EWE-Arena waren die Baskets schon einmal auf Wanderschaft gegangen und hatten Heimpartien – allerdings keine Derbys – in Bremen und dem damaligen Zweitliga-Standort Bremerhaven ausgetragen. Die Stimmung war aber nicht mit der vergleichbar, die bei „echten“ Heimspielen herrscht.

Dass sich Basketball nicht einfach in eine Metropole verlagern lässt, zeigt das Beispiel Hamburg. Seit Jahren versuchen Kräfte in der Hansestadt, dort das Spiel zu etablieren. Zu Pokal-Turnier und Länderspielen kommen zwar immer wieder viele Fans, etwas Dauerhaftes ist dort aber nicht entstanden.