Oldenburg - Von Gary Lineker stammt die These, dass Fußball ein einfaches Spiel sei, in dem 22 Männer 90 Minuten lang einem Ball nachjagen und am Ende immer die Deutschen gewinnen. Nach dem hart erkämpften Erfolg der EWE Baskets Oldenburg gegen die Baskets Bonn münzte Sebastian Machowski den berühmten Satz der englischen Fußball-Legende kurzerhand auf den Basketball-Klassiker um. „Der Sieg gegen Bonn kam in guter, alter Manier zustande“, sagte Oldenburgs Trainer am Sonntagabend mit einem Augenzwinkern: „Spannendes Spiel, und am Ende gewinnt Oldenburg.“
Seine Mannschaft hatte zuvor eine packende und begeisternde Partie gegen den ewigen Rivalen mit 87:76 (35:41;75:75) für sich entschieden und damit Erinnerungen an die dramatischen Playoff-Viertelfinalserien der vergangenen beiden Jahre geweckt, in denen die Oldenburger ebenfalls große Mühe mit den Bonnern hatten, schließlich aber doch jeweils nach fünf Spielen jubeln durften. Bonns Coach Mathias Fischer fühlte sich in der großen EWE-Arena ebenfalls in eine Zeitschleife versetzt und bilanzierte mit bittersüßem Lächeln: „Seit den Playoffs hat sich nichts geändert.“
Dass die Oldenburger am Sonntagabend wieder das glücklichere Ende für sich hatten, lag vor allem an Adam Chubb. Der Center war mit 24 Punkten nicht nur bester Werfer der Partie, sondern führte sein Team zu Beginn der Verlängerung mit acht Punkten in Folge im Alleingang auf die Siegerstraße. Durch den Sieg im Verfolgerduell der Bundesliga festigten die Machowski-Schützlinge den vierten Platz in der Tabelle.
6000 Zuschauer, darunter rund 100 mitgereiste Fans aus Bonn, sorgten bereits vor dem ersten Sprungball für eine tolle Stimmung in der ausverkauften Halle. Und die knisternde Atmosphäre schien den Gastgeber zu beflügeln, nach Dreiern von Maurice Stuckey und Casper Ware führten die Oldenburger schnell mit 8:2 (3. Minute). Die Bonner jedoch präsentierten sich mit dem Selbstbewusstsein aus zuvor vier Siegen in Serie unbeeindruckt von dem guten Oldenburger Start und antworteten mit einem 18:2-Lauf zum 20:10 (8.). Die Rheinländer blieben tonangebend und führten zur Halbzeitpause mit 41:35.
Mit Beginn des dritten Abschnitts erhöhten die heimischen Baskets den Druck und brachten die Bonner in immer größere Schwierigkeiten. „Mit der Verteidigung in der zweiten Halbzeit war ich sehr zufrieden“, meinte Machowski, dessen Team sich nach 24 Minuten nach einem von Ware abgeschlossenen schnellen Gegenstoß die Führung zurückgeholt hatte (43:42).
Nachdem Ware 50 Sekunden vor dem Ende per Dreier zum 75:71 getroffen hatte, schien Oldenburg alle Trümpfe in seiner Hand zu haben. Dass Bonn umgehend verkürzte, war noch kein Problem, da die Gastgeber nun die runterlaufende Uhr auf ihrer Seite hatten. Doch anstatt den Angriff auszuspielen, nahm Ware früh den Dreier, verfehlte diesen und gab den Gästen die Gelegenheit zum Ausgleich.
Die Voraussetzungen für die Verlängerung schienen nicht die besten, da in Ware, Chubb und Julius Jenkins gleich drei Oldenburger Spieler mit vier Fouls belastet waren. Doch dann schien sich Chubb der Tradition dieses Duells zu erinnern – am Ende gewinnt schließlich immer Oldenburg.
