Oldenburg - So schnell ändern sich die Vorzeichen: Noch vor einer Woche, nach der Niederlage im Auftaktspiel der Playoff-Halbfinalserie, hatten nicht wenige Beobachter der Basketball-Bundesliga bereits den Abgesang auf die EWE Baskets Oldenburg angestimmt. Nun, vor Spiel Nummer drei an diesem Mittwoch (20.15 Uhr/Sport 1) in der großen EWE-Arena, finden sich die Oldenburger urplötzlich in der Favoritenrolle wieder.

Grund für die veränderte öffentliche Wahrnehmung sind die Geschehnisse am vergangenen Sonnabend: Da gelang den Baskets durch ein 72:60-Auswärtserfolg in eindrucksvoller Manier der 1:1-Ausgleich, zudem zog sich Ulms Per Günther einen Muskelfaserriss zu und wird wohl für den Rest dieser Halbfinalserie ausfallen.

Die Verletzung ihres Spielmachers ist ein echter Nackenschlag für die Süddeutschen, die ihren Aufbau nun auf die Schultern von Lance Jeter und dem erst 21-jährigen Till-Joscha Jönke verteilen müssen. Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski warnt jedoch davor, den angeschlagenen Gegner zu unterschätzen: „Natürlich bedeutet der Ausfall von Günther eine Schwächung für die Ulmer, allerdings verlieren sie dadurch wenig an ihrer Gefährlichkeit.“ Machowskis Gegenüber, Thorsten Leibenath, kündigte eine Trotzreaktion an: „Wir kommen zurück“, versprach der Ulmer Coach.

Die Baskets sind also gut beraten, das dritte Halbfinale mit höchster Konzentrationsstufe anzugehen, zumal ihnen ebenfalls eine personelle Schwächung droht. So steht hinter dem Einsatz von Ronnie Burrell noch ein dickes Fragezeichen. Der Flügelspieler war kurz vor dem Ende der Partie in Ulm nach einem Foul an Keaton Nankivil disqualifiziert worden – die Entscheidung der Liga, ob die nach der Aktion automatisch verhängte Sperre bestehen bleibt, wird für diesen Dienstag erwartet.

Hatte Machowski nach dem Spiel noch von einer „richtigen“ Entscheidung der Unparteiischen gesprochen, nahm der Baskets-Trainer nach dem Studium der TV-Bilder seinen Akteur in Schutz: „Das sah natürlich unglücklich aus, lag aber vor allem an dem hohen Tempo in dieser Situation. Ronnie hat versucht den Ball zu spielen, das war keine Absicht.“

Sauer auf stieß Machowski das Verhalten von Leibenath und einigen Ulmer Spielern, die vehement eine Disqualifikation Burrells gefordert hatten. Die Schiedsrichter hatten zunächst „nur“ auf ein unsportliches Foul entschieden. „Das fand ich merkwürdig“, gestand Machowski, der auf eine Aufhebung der Sperre hofft. Egal, wie diese Entscheidung letztlich ausfällt – für Zündstoff ist am Mittwoch in jedem Falle gesorgt. . .