München/Oldenburg - Wenn die Bundesliga-Basketballer des FC Bayern an diesem Freitag (20.15 Uhr/Sport 1) die EWE Baskets Oldenburg zum Saisonauftakt empfangen, müssen die Münchner ohne ihren Cheftrainer Svetislav Pesic auskommen. Der Serbe hatte sich im fünften Finalspiel der vergangen Spielzeit gegen Bamberg nach Ansicht der Liga unsportlich verhalten und bekam deshalb eine Sperre für das nächste Pflichtspiel aufgebrummt.
Dadurch rückt bei den Bayern ein Mann in den Vordergrund, der in Oldenburg noch bestens bekannt ist. Philipp Köchling arbeitete von Sommer 2012 bis März 2015 als Co-Trainer von Sebastian Machowski bei den Baskets, seit Juli ist er in gleicher Funktion in München tätig und bildet mit Pesic und dem zweiten Assistenten Emir „Muki“ Mutapcic ein dreiköpfiges Trainergespann beim Vizemeister.
Weil Pesic am Freitag nicht einmal die Halle betreten darf, sind gegen Oldenburg plötzlich Köchling und Mutapcic die Münchner Hauptverantwortlichen an der Seitenlinie – eine Rolle, die dem sonst eher im Hintergrund arbeitenden Köchling weniger behagt. Der 38-Jährige stellt auch gleich klar: „’Muki’ ist am Freitag der Chef, ich bin der Co-Trainer.“
Dem Duell mit seinem ehemaligen Arbeitgeber sieht er recht emotionslos entgegen: „Ich freue mich auf Freitag. Aber weniger, weil jetzt gerade Oldenburg der Gegner ist, sondern vielmehr, weil es das erste Spiel der Saison ist.“ Für das in der Sommerpause neu zusammengestellte Team der Baskets hat er viel Lob übrig: „Oldenburg hat sehr gute Verpflichtungen getätigt. Das ist ein starkes Team, das um Platz vier mitspielen wird.“
Köchling war vor drei Jahren gemeinsam mit Machowski aus Braunschweig nach Oldenburg gekommen. Als sich die Baskets im März von Machowski trennten, bedeutete dies auch für seinen Assistenten das Aus.
Noch immer ist bei Köchling hierüber eine gewisse Enttäuschung spürbar. „Für mich war das eine völlig neue Erfahrung, und die war alles andere als schön. Doch ich habe gelernt, dass solche Dinge Teil des Geschäfts sind“, sagt der 38-Jährige, der das Kapitel Oldenburg aber inzwischen „abgehakt“ habe: „Ich bin glücklich, beim FC Bayern zu sein. Hier kann ich mich auf höchstem Niveau weiterentwickeln.“
Zu Machowski, der noch ohne Club ist, stehe er nach wie vor in Kontakt. „Er hat mir auch zum neuen Job gratuliert“, berichtet Köchling. Vielleicht bekommt er ja auch Freitagabend Glückwunschnachrichten.
